Betreiberin hofft noch, Sana winkt bislang ab

Keine Bewegung bei Wasserpraxis

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Offenbach - Die Nachricht erwischte Anfang Oktober die Betreiberin und zahlreiche Patienten eiskalt: Wegen bau- und hygienerechtlicher Mängel schloss die Stadt die gut laufende, noch unter städtischer Regie am Klinikum errichtete Wasserpraxis. Von Matthias Dahmer

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Bettina van Nüss, die das Bewegungsbad erst Anfang des Jahres übernommen hatte und für die Mängel gerade stehen muss, hofft mit ihrer Kundschaft bislang vergeblich, dass die Stadt und der neue Klinikeigner Sana zusammen mit ihr einen Weg zur Weiterführung der Einrichtung finden. Bei Sana, sagt Sprecherin Marion Band, sei noch keine Entscheidung zur Zukunft des Bades und des dazugehörigen Gebäudes gefallen. Die damalige Klinikum Offenbach GmbH war Bauherrin des 1,5 Millionen Euro teuren Anbaus der Kinderklinik, in dem die Wasserpraxis untergebracht ist. Das fünf mal zehn Meter große Bewegungsbad wurde auf Betreiben der Mediclin Therapie GmbH errichtet, die von Oktober 2011 bis zum 30. August dieses Jahres im historischen Teil des ehemaligen Stadtkrankenhauses ein Reha-Zentrum betrieb. Das Bad hat Mediclin offenbar nie in Betrieb gehabt.

Prominentester Betroffener der Praxisschließung ist Dr. Wolfgang Kappus. Den Ex-IHK-Präsidenten und Unternehmer ärgert vor allem, dass städtische Ämter offenbar schon in der Bauphase „geschlampt“ hätten und schlecht koordiniert seien. Er habe seinem Ärger darüber auch gegenüber Oberbürgermeister Horst Schneider Luft gemacht, sagt Kappus. Wie Betreiberin van Nüss hat er erhebliche Zweifel daran, dass die nötigen Umbauten angeblich eine halbe Million Euro kosten sollen.

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