Rund 17 Millionen Euro teurer Neubau

Sana baut eine neue Psychiatrie

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Nach Abriss des alten Bettenhochhauses soll bis 2020 auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz ein Neubau für die Psychiatrie am Sana-Klinikum entstehen.

Offenbach - Das Sana-Klinikum plant einen rund 17 Millionen Euro teuren Neubau seiner Psychiatrie. Gestern gab es vom Land einen Zuschuss über 8,5 Millionen Euro für das Vorhaben. Baustart soll in der zweiten Hälfte 2017 sein. Zuvor muss aber das alte Bettenhochhaus abgerissen werden. Von Matthias Dahmer 

Wie Sana-Geschäftsführer Sascha John erläuterte, ist ein dreigeschossiges L-förmiges Gebäude auf dem Areal des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes geplant, das an die Beethovenstraße grenzt. Der Neubau wird über einen Laubengang mit dem Klinikgebäude verbunden. Auf 3600 Quadratmetern Nutzfläche sind – verteilt auf vier Pflegestationen – 90 stationäre Betten und 20 tagesklinische Plätze mit dazugehörigen Therapieräumen vorgesehen.

Insgesamt sollen vierzehn Einbettzimmer, von denen vier behindertengerecht eingerichtet werden, sowie 38 Zweibettzimmer entstehen. Daneben sind vier Kriseninterventionsräume geplant. Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes verteilen sich die 15 Therapieräume auf die Bereiche Ergo- und Physiotherapie und Tagesklinik. Ein Garten auf dem südlichen Außengelände wird ausschließlich den psychiatrischen Patienten vorbehalten sein.

Die Ansicht von Norden auf den geplanten L-förmigen Neubau der Klinik für Psychiatrie. Bei Sana wird betont, dass dies nicht der endgültige Entwurf ist, Farbgebung und eventuell auch die Form könnten sich noch verändern, heißt es.

John erinnerte daran, dass sich derzeit die Psychiatrie in mehreren sanierungsbedürftigen Gebäuden befindet, die zu „unterschiedlichen Epochen“ entstanden sind. So wurde ein Haus um 1900 erbaut, ein weiteres in den 60er Jahren, die Container an der Sprendlinger Landstraße stehen seit etwas mehr als zehn Jahren. Eine Sanierung der Immobilien wäre finanziell nicht vertretbar. Der Neubau, so John, ist eine „Gesamtlösung“ vor allem für die stationären Patienten, die derzeit in nicht mehr zeitgemäßen Drei- bis Vierbett-Zimmern untergebracht sind. „Heute ist deshalb ein besonderer Tag für uns“, freute sich der Sana-Geschäftsführer.

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Dr. Till Glauner, Chefarzt der Psychiatrie unterstrich die Bedeutung eines Neubaus für die Behandlungserfolge. Die „Offenheit“ einer Klinik sei ein wichtiger Faktor. Auch Glauner blickte zurück: Ein Neubau sei seit 25 Jahren Thema. Er betonte, die Sozial-Psychiatrie habe in Offenbach Tradition. 1981 sei das Stadtkrankenhaus die erste psychiatrische Klinik in Hessen im Regelbetrieb gewesen.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner hob vor Übergabe des Förderbescheids hervor, dass die Verbindung von psychiatrischer und somatischer, also körperlicher, Behandlung immer mehr an Bedeutung gewinne. Die Summen, die das Land im vergangenen Jahr in die Investitionsförderung gesteckt habe, bezeichnete er als „Kraftakt“. Die beiden Bauprogramme, die Hessen 2015 auflegte, hätten ein Volumen von 420 Millionen Euro gehabt. Seit diesem Jahr gebe es nur noch eine pauschalierte Förderung, was mehr Verantwortung für die Träger bedeute.

Die Klinik für Psychiatrie ist mit der vollstationären Aufnahme von rund 1800 Personen jährlich die größte Fachabteilung des Klinikums. Sie verknüpft die stationäre Behandlung und die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten eng mit der Vor- und Nachsorge, der Arbeit mit Angehörigen, Wohnheimen und Werkstätten. Die Klinik deckt das ganze Spektrum psychiatrischer Erkrankungen bei Erwachsenen ab. In der Akut-Tagesklinik werden bis zu 20 Patienten, die zuhause übernachten, tagsüber teilstationär behandelt.

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Die Psychiatrisch-psychotherapeutischen Institutsambulanz betreut jährlich 2400 Patienten und bietet Behandlungen als Übergang von der (teil)stationären zur ambulanten Behandlung bei niedergelassenen Ärzten an. In der Notfallambulanz können Menschen in seelischen Krisen- und Notfallsituationen den psychiatrischen Bereitschaftsdienst der Klinik zu jeder Tag- und Nachtzeit in Anspruch nehmen, wenn ihr Hausarzt oder ihr behandelnder Facharzt nicht erreichbar sein sollte.

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