Sana rüstet auf

Klinikum holt Kapazität für Fettleibigkeit

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Professor Dr. Weiner

Offenbach - Sana rüstet die Offenbacher Erwerbung medizinisch immer weiter auf: Nach einem kompletten Bauchchirurgie-Team aus Wiesbaden kommt aus Frankfurt der Experte für Adipositas-Chirurgie. Von Thomas Kirstein

In Frankfurter Medizinerkreisen macht es die Runde: Das Krankenhaus Sachsenhausen verliert die tragende Kapazität, die seiner Chirurgie das deutschlandweit erste Zertifikat als „Exzellenzzentrum für . Adipositas- und metabolische Chirurgie“ eingebracht hat. Auf Anfrage bestätigt das Sana-Klinikum: Chefarzt Professor Dr. Rudolf Weiner wird mit erfahrenen Mitarbeitern nach Offenbach wechseln.

Ab Oktober besitzt das ehemals städtische Krankenhaus dann Deutschlands erste spezielle Klinik, in der extreme Fettleibigkeit operativ behandelt wird: Laienhaft beschrieben, wird dabei der Magen verkleinert oder der Dickdarm umgangen. Solche Eingriffe gehören noch nicht zum Regelkatalog gesetzlicher Krankenkassen, werden teilweise auch kontrovers diskutiert.

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In Internet-Foren von Betroffenen gilt Professor Weiner als „Adipositas-Papst“. Im August übernimmt der 62-Jährige die Präsidentschaft der 1995 gegründeten Internationalen Föderation für die Chirurgie der Fettleibigkeit und Metabolischer Erkrankungen, der weltweit 51 Mitgliedsgesellschaften angehören. Sein Angebot dürfte dem Klinikum auf jeden Fall Patienten zuführen.

Mit der künftigen „Klinik für Adipositaschirurgie und Metabolische Chirurgie“ für Übergewicht, Adipositas und Stoffwechselerkrankungen erweitert Sana erneut sein medizinisches Angebot in Offenbach, indem der Konzern einen renommierten Mediziner samt Mitarbeitern von anderen Kliniken abwirbt. Im April kamen die Professoren Christian Ell und Dietmar Lorenz mit ihren Teams von den Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken, um in Offenbach ein viszeralmedizinisches Referenzzentrum zu gründen, in dem Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen interdisziplinär behandelt werden.

Demo der Klinikum-Mitarbeiter (2012)

Demonstration der Klinikum-Mitarbeiter

Der Sana-Konzern hatte die von der Pleite bedrohte Einrichtung im Juli 2013 für einen symbolischen Euro von der Stadt übernommen, an der Neubauschulden und Altlasten von 350 Millionen Euro hängen bleiben.

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