Nach anderthalb Monaten Klinik-Privatisierung

Sana und Mecke-Bilz gehen getrennte Wege

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Offenbach - Die Nachricht von der Trennung kam überraschend. Nach den lobenden Worten beim Übergang des städtischen Klinikums in die privaten Hände des Sana-Konzerns waren Beobachter von einer etwas längeren Zusammenarbeit ausgegangen.

Gestern aber, nur gut anderthalb Monate später, vermeldete Sana, dass sich Franziska Mecke-Bilz Ende August nach zwei Jahren aus der Geschäftsführung zurückziehen werde.

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Das habe die in Berlin lebende Kauffrau an diesem Montag mitgeteilt, heißt es in einer Presseerklärung. Damit ende eine konstruktive Übergangsphase, in der Mecke-Bilz dem neuen Geschäftsführer Dr. Jens Schick zur Seite gestanden habe. Mecke-Bilz urlaubt derzeit in der Toscana und wird höchstens noch zu einer offiziellen Verabschiedung nach Offenbach zurückkehren. Ab sofort übernimmt Sana-Mann Dr. Schick die alleinige Geschäftsführung des Klinikum Offenbach.

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Franziska Mecke-Bilz

Schick würdigte eine erfolgreiche Managementleistung von Franziska Mecke-Bilz: „Wir haben in den vergangenen Wochen kollegial und konstruktiv zusammen gearbeitet und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Klinikums gestellt.“ Es sei offenkundig, welche Verdienste sie sich um das Städtische Klinikum erworben und mit welchem Engagement sie in den vergangenen Jahren das Defizit des Hauses verringert habe – immer mit dem klaren Ziel, unter den schwierigen Bedingungen das Bestmögliche für Mitarbeiter und Patienten zu erreichen. „Sie kann mit Stolz auf diese Leistung zurückblicken“, sagte Schick und schließt dabei alle Mitarbeiter ein.

Klinikumzug in Offenbach

Mecke-Bilz war seit August 2011 Geschäftsführerin in Offenbach. Sie kam zunächst als Beraterin vom kommunalen Gesundheitskonzern Vivantes in Berlin, den der damalige Klinikdezernent Michael Beseler (SPD) als Retter in höchster Finanznot verpflichtet hatte. Die Managerin hatte bis zum Schluss die Auffassung vertreten, dass sich das Klinikum, wie ihr Sanierungkonzept vorsah, aus eigener Kraft ab 2015 im operativen Geschäft tragen könnte. Der Regierungspräsident hatte dann aber den Verkauf erzwungen.

Überrascht vom Mecke-Abschied wurde auch der amtierende Klinikdezernent, Bürgermeister Peter Schneider (Grüne): „Ich finde das schade, aber das ist von Stadt und Magistrat nicht zu beeinflussen, wenn Dinge nicht gepasst haben, muss man das hinnehmen.“ Er lobt eine „hervorragende Zusammenarbeit in schwierigsten Zeiten“. Franziska Mecke-Bilz sei ein Glücksfall für das Klinikum Offenbach gewesen.

tk

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