Regen beim Sattelfest

Fest rund ums Rad

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Ließen sich trotz des miesen Wetters den Spaß nicht verderben: Jugendliche Könnerinnen auf dem Einrad.

Offenbach - Passend zum trüben Wetter beschallen die Bühnenlautsprecher den regennassen Aliceplatz mit „Singin’ In The Rain“, und am Stand des Karree Offenbach sind, wie sinnig, Wasserbälle zu gewinnen. Von Harald H. Richter

Offenbar haben die Verantwortlichen des Sattelfests keinen Bund mit Petrus geschlossen. Durchhalten heißt daher die Devise – in erster Linie für jene, die bei der sechsstündigen Veranstaltung Standwache schieben und Passanten über alles informieren, was mit dem Radfahren zu tun hat. Sie wollen schließlich Begeisterung für dieses Freizeitvergnügen wecken.

Den Unerschrockenen unter den Radlern machen Wind und Regen bekanntermaßen wenig aus: Sie schwingen sich dessen ungeachtet auf ihre Drahtesel und treten in die Pedale. Für die jungen Aktiven des Radfahrvereins Germania Bieber (RVG-OBC), die dem Publikum einiges von ihrem Können demonstrieren wollen, sind die Rahmenbedingungen freilich nicht optimal. Trotzdem stellt sich die Mädchengruppe vor und dreht ungeachtet des Nieselregens auf Einrädern kunstvoll ein paar Runden.

„20 Mädchen zwischen sieben und 17 Jahren sind bei uns dabei“, spricht unterdessen auf der Bühne die stellvertretende Vorsitzende und Trainerin Ulla Schulz ins Mikrofon von Moderatorin Carola Baumgarten. „Außerdem betreiben zehn Erwachsene den Sport aktiv.“ Stets montags wird in der Turnhalle der Geschwister-Scholl-Schule geübt. „Interessenten sind vor allem beim freien Training freitags ab 18 Uhr willkommen“, wirbt Ulla Schulz um weitere Mitglieder.

Fahrrad-Check für den Frühling

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Offenbach - Die ersten Sonnenstrahlen, die erste Fahrt mit dem Fahrrad, der erste Platten. Ab in die Werkstatt mit dem Drahtesel. op-online.de hat bei „GOABike“ nachgefragt, worauf Radfahrer achten müssen, bevor sie sich nach den Wintermonaten wieder in den Sattel schwingen.

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Auch die jungen Radballer würden sich gern auf dem Platz vor der Post präsentieren, doch dafür ist es ganz einfach zu nass. „Das wäre zu gefährlich“, räumt Vorsitzender Rolf Sandmann mit Blick auf den rutschigen Asphalt und die profillosen Reifen ein, die ein hohes Sturzrisiko bergen. Zumindest beweisen ein paar trittsichere Jungs des Traditionsvereins, wie sehr sie das Gleichgewicht auf ihrem Sportgerät halten können, und geben neugierigen Steppkes einige Ratschläge mit auf den Weg.

15 männliche Jugendliche zwischen neun und 20 Jahren spielen Radball beim RVG-OBC, darunter der 18-jährige Eric Breitenbach. Seit seinem zwölften Lebensjahr ist er aktiv, bekam das Talent quasi in die Wiege gelegt, denn in der Familie Breitenbach wird diese Sportart groß geschrieben. Auch Erics Kumpel Yannick Fritsch ist begeisterter Radballer. Der 15-Jährige hat sich diesem Hobby seit vier Jahren verschrieben. Nur mit dem Vorführen klappt es heute nicht. „Wer unsere erfolgreichen Radballer aber mal richtig in Aktion erleben will, sollte das nächste Bezirksklasse-Turnier nicht verpassen“, empfiehlt der Vorsitzende. Am Sonntag, 12. Mai, treten sie in der Bieberer Scholl-Turnhalle gegen Auswahlen aus Kleinlinden, Launsbach und Krofdorf an.

Später am Nachmittag gibt die Radsportabteilung des VfB Offenbach Einblick in ihre Vereinsarbeit, ebenso wie der Tandemclub, in dem Blinde und Sehende gemeinsam ihrem Hobby frönen. Ferner wird über den aktuellen Stand der Planungen fürs Großstadt-Finale der „Mission Olympic“ Auskunft gegeben, in dem Offenbach sich im September mit dem nordrhein-westfälischen Bocholt messen darf.

Sattelfest in Offenbach: Bilder

Rund ums Rad beim Sattelfest

An weiteren Ständen informieren unter anderem der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der heimische Zweiradhandel und die GOAB rund ums Radeln. Gezeigt werden aktuelle Modelle, Zubehör, Elektronik und Tuning, es gibt kostenlose Drahtesel-Checks und Malen für Kinder. Am Stand des städtischen Amts für Umwelt, Energie und Klimaschutz finden kleine Geschenke – vom Reflexband bis zum Sattelschoner – besonders beim jüngeren Publikum dankbare Abnehmer. Ein paar knifflige Rätsel zum Thema sind zu lösen.

Die älteren Besucher des Sattelfests richten ihr Augenmerk auf die Tandem-Versteigerung, bei der Oberbürgermeister Horst Schneider um ein möglichst hohes Gebot wirbt. Der Tandemclub Offenbach stellt das Partnergefährt zur Verfügung, das zwar schon 20 Jahre auf der Gabel hat, aber generalüberholt und nach wie vor straßentauglich ist. Für 75 Euro wechselt es nach mehreren Bieterrunden schließlich den Besitzer: Manja Grosser und Roland Fritsche, privat seit längerem verbandelt, machen fortan auch in Sachen Fortbewegungsmittel gemeinsame Sache und schwingen sich sogleich aufs Pärchen-Stahlross für eine Runde durch manche Pfütze – ganz und gar wetterfest beim Sattelfest.

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