Primark als Nachfolger?

Saturn gibt Filiale in Innenstadt auf

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Aus zwei mach eins: Voraussichtlich im Herbst schließt Saturn in der Fußgängerzone. An mangelndem Umsatz liegt’s nicht.

Offenbach - Vermutungen gab es schon länger, nun ist es offiziell: Der Elektronik-Riese Saturn schließt im November seine Filiale in der Fußgängerzone. Unbestätigt sind Gerüchte über Primark als Nachmieter. Von Jenny Bieniek

Und wieder ein namhafter Fachhandel weniger in Offenbachs Innenstadt. Nach Bekanntwerden des Rückzugs von s.Oliver und Cecil/Street One aus dem KOMM-Center reiht sich nun auch Saturn ein: Voraussichtlich im kommenden November schließt die im Jahr 1999 eröffnete Filiale an der Frankfurter Straße 17 ihre Pforten. Das bestätigte gestern auf Nachfrage die Unternehmenszentrale in Ingolstadt. Damit reduziert sich die Präsenz des Riesen für Haushalts- und Unterhaltungselektronik ab Spätherbst auf nur noch eine Offenbacher Filiale. „Ausschlaggebend für die Schließung sind ausdrücklich keine wirtschaftlichen Gründe. Grundsätzlich war Saturn mit dem Standort sehr zufrieden“, so eine Sprecherin. Vielmehr sei der Weggang einem auslaufenden Mietvertrag geschuldet. Aus internen Kreisen ist zudem zu vernehmen, dass Saturn den Mietvertrag gern neu aufgesetzt hätte. Man habe sich mit dem Vermieter jedoch nicht einigen können.

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Erst Ende letzten Jahres hatte die Media-Saturn-Holding die eigene Aufstellung in Offenbach mit Eröffnung einer zweiten Filiale im Ring-Center ausgeweitet. Dann bleibe die Innenstadt-Filiale wohl nicht mehr lange, hatten schon damals viele Kunden vermutet. Laut der Unternehmenssprecherin hat die neue Dependance am Odenwaldring die Erwartungen des Konzerns „bereits weit übertroffen.“ Die Filiale in der Fußgängerzone umfasst 4000 Quadtratmeter Verkaufsfläche, der dann verbleibende Markt im Ring-Center ist mit 2300 deutlich kleiner. Wegen fehlender interessanter Alternativen sehe Saturn keine Möglichkeit für eine Zweitfiliale an anderer Stelle in Offenbach, heißt es. Für die 40 Mitarbeiter der Innenstadt-Filiale strebe man eine Weiterbeschäftigungen in anderen Saturn-Märkten an. Die hiesige Geschäftsführung wollte sich zu der anstehenden Schließung nicht weiter äußern.

Grund für die nicht erfolgte Einigung zwischen Mieter und Vermieter könnte ein möglicherweise schon in den Startlöchern stehender Nachfolger sein: Unbestätigten Gerüchten zufolge hat der Textil-Discounter Primark Interesse am Standort Offenbach. Auch bei der städtischen Wirtschaftsförderung will man nicht ausschließen, dass die irische Bekleidungskette, die sich selbst als „die Nummer 1 für Modefans und Preisbewusste“ bewirbt, in das ehemalige Karstadt-Haus zieht. Sicher ist: Als Kundenmagnet vor allem für jüngeres Publikum dürfte Primark dem jetzigen Mieter in nichts nachstehen. Badeshorts und Bikinis für fünf, Maxikleider für acht und Kapuzenjacken für elf Euro locken bundesweit schon in 18 Städten Schnäppchenjäger an.

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Den Vermieter der Immobilie an der Frankfurter Straße 17 zu kontaktieren, erweist sich derweil als schwierig. Es handelt sich um einen Fonds in England. Auch die städtische Wirtschaftsförderung hält keinen Kontakt.

Das 1965 erbaute, ehemalige Karstadt-Haus hat in seinen fünf Jahrzehnten schon viele Mieter gesehen: Dem Aus von Karstadt (1997) folgte ein aufwändiger, 40 Millionen Mark teurer Umbau der Immobilie. 1999 bezogen Saturn, H&M, Orsay und Modemarkt Adler verschiedene Etagen. Nach der Geschäftsaufgabe von Adler im Jahr 2005 zog Saturn nach erneutem Umbau und Wiedereröffnung in die unteren Stockwerke und vergrößerte sich. 2010 übernahm der ebenfalls preisgünstige Textilhändler „1982“ die Räume von H&M.

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