„Sauberhaftes“ Engagement

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Jetzt geht’s los: Vor allem Kinder und Jugendliche waren in der Gruppe der Müllsammler tätig, die an der Kinder- und Jugendfarm startete.

Offenbach - Die Stadt soll sauberer werden, und viele helfen mit. Zumindest für einen Vormittag haben am Samstag zahlreiche kleine und große Offenbacher mit Greifzangen, Müllbeuteln und Besen bewaffnet an vielen Orten in der Stadt Müll gesammelt. Von David Heisig

Hundekot auf der Wiese, Tüten von Fast-Food-Ketten am Straßenrand oder Zigarettenkippen auf den Gehwegen: Vor allem in Grünanalgen und dort, wo die Stadtreinigung nicht einfach hinkommt, war mehr oder weniger achtlos weggeworfener Müll ein Thema.

„Dort muss er einfach auch mal weg“, so Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Rund 400 Helferinnen und Helfer aus Vereinen und Gruppen hörten seinen Ruf und machten bei der Aktion „Saubere Sache – Frühlingsputz in Offenbach“ mit. Organisiert vom Stadtdienstleister ESO sammelten sie am Samstag unter anderem direkt in der City, in Bieber oder entlang des Mainbogens.

Schon seit einigen Jahren werde etwas für die Sauberkeit getan, würden Leute gezielt angesprochen, auch mit der Aktion „Besser Leben in Offenbach“, erklärte Paul-Gerhardt Weiß am Rande der Eröffnung der Aktion an der Kinder- und Jugendfarm an der Rheinstraße.

Das hat sich wohl auch bis nach Wiesbaden rumgesprochen. Und so findet nun zum zweiten Mal hessenweit die Kampagne „Sauberhaftes Hessen“ statt. „Es beteiligen sich jetzt auch immer die Vereine, die Schulen, die Kirchengemeinden, die Moscheen. Das ist der Schneeball-Effekt“, so Weiß weiter. „Bewusstsein schaffen“ für die Sauberkeit der Stadt, ist eines seiner Anliegen: Die Haltung, „das macht doch irgendwie die Stadt“, ist für Weiß fehl am Platz.

Im vergangenen Jahr hatte Offenbach noch den zweiten Platz bei der hessenweiten Aktion belegt. In diesem Jahr ist die Konkurrenz größer, 50 Kommunen machen mit. „Das wächst sich zu einer Bürgerbewegung aus“, meinte der Ordnungsdezernent.

Beweis waren die vielen ehrenamtlichen Müllsammler in der Stadt. Rund um den Radweg auf der alten Industriebahn und den Berufsschulkomplex am Buchhügel machten gleich vier Vereine sauber: die Kinder- und Jugendfarm, der Tierschutzverein und das Bike-Department Offenbach. Mit von der Partei auch die Jugendkicker der SKG Rumpenheim. Diese sehen die Teilnahme sogar als Teil der Festivitäten zum eigenen 100-jährigen Jubiläum.

Natürlich zählt auch ein bisschen der Wettbewerb: „Sammelt, auch die Menge geht in die Wertung ein“, so der Appell der Organisatoren. Die Profis vom ESO übernahmen dann die Entsorgung der gesammelten Abfälle.

Toll fanden die Aktion auch die Mitglieder des Elternvereins „OK-Kids“, des Fördervereins der privaten Erasmusschule am Dreieichring. Im benachbarten gleichnamigen Park machten Kinder und Eltern gemeinsam sauber. „Da kann man der Kommune ein bisschen was zurückgeben“, sagte Elmar Werner vom Verein, der mit einem Auge immer auch auf einen der jüngsten Müllsammler, Sohn Florian, schielte. Auch die Kleinen stapften mutig durchs Gestrüpp, sammelten fleißig mit.

Der Erfolg konnte sich sehen lassen: „Das Größte was wir hier aus dem Gebüsch gezogen haben, war bisher ein demoliertes Kinderfahrrad“, so Elmar Werner. Ansonsten das Übliche: Zigarettenstummel, Schnapsflaschen und ähnliches.

Rund um den Ostbahnhof sammelten 25 Mitglieder der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde. „Wir fühlen uns auch als Teil von Deutschland, von Offenbach. Deshalb möchten wir mitwirken und zeigen, dass wir auch ein Teil der Gesellschaft sind“, erläuterte erzählt Muneeb Mohammad.

Auch finanziell taten die Sammler etwas Gutes. Pro Teilnehmer spendet der ESO zwei Euro, das Geld kommt einer gemeinnützigen Organisation zu Gute.

Die Sauberkeits-Offensive geht weiter: Etwa mit dem „sauberhaften Schulweg“, wo Schüler entlang ihres Schulwegs Müll sammeln werden oder dem „sauberhaften Geschäftstag“, bei dem Ladenbesitzer ihre Mittagspause fürs Straßenreinigen opfern

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