Saubermänner unterwegs

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Zangen her: Schon bei der Materialausgabe am Stadthof wurde deutlich, dass die Putzaktion auf Interesse stößt. Ehrenamtliche aus 19 Vereinen und Organisationen waren am Samstag im Stadtgebiet unterwegs, um Müll zu sammeln.

Offenbach ‐  Taschentücher, Zigarettenkippen, Flaschen, aber auch eine Matratze und massive Holzplatten – so lautet die lokale Bilanz der hessenweiten Putzaktion „Sauberhafter Frühlingsputz“. Von Denis Düttmann

Zahlreiche Ehrenamtliche griffen am Samstag zu Mülltüte und Greifzange, streiften durch die Straßen der Stadt und klaubten den Unrat auf Gehwegen und Randstreifen zusammen.

„Die Resonanz ist wirklich großartig“, freute sich Oliver Gaksch, Pressesprecher des Stadtdienstleisters ESO, unter dessen Regie die Aktion lief. „Diesmal haben 19 Vereine und Organisationen mitgemacht – mehr als jemals zuvor“, so Gaksch.

Insgesamt waren mehr als 300 Offenbacher im Bürgeler Mainbogen, in Waldheim, der Innenstadt, auf der Rosenhöhe, dem Mainvorgelände, rund um den Wetterpark, in Tempelsee, am Bieberer Ostendplatz, im Dreieichpark, am Schneckenberg und rund um den Ostendplatz unterwegs und sammelten weggeworfene Kleinabfälle und Müll ein. Ordentlich verschnürt wurde der Unrat an Sammelstellen abgelegt und später von ESO-Mitarbeitern entsorgt. Damit die Helfer von ihren teilweise weit abgelegenen Sammelorten auch wieder problemlos nach Hause kamen, hatten die Offenbacher Verkehrsbetriebe eigens spezielle Buslinien eingerichtet.

Der jüngste Teilnehmer war sieben, der älteste 85 Jahre alt

Der „Sauberhafte Frühlingsputz“ war gleichzeitig der Startschuss für die Kampagne „Hessens Sauberhafte Stadt 2010“. Bei diesem landesweiten Städtewettbewerb geht es vor allem um Bürgerengagement und Kreativität. Fünf Aktionen bilden den Kern der Kampagne, an der sich neben Offenbach 15 weitere Städte beteiligen, um den Titel zu erringen. Den Anfang der Aktionsreihe, für die das hessische Umweltministerium die Schirmherrschaft übernommen hat, bildete der Frühlingsputz, gefolgt von einem „Sauberhaften Geschäftstag“ im April.

„Wir waren heute mit 75 Leuten dabei“, sagte Abdul Latif Mir, Sprecher der Ahmadiyya Gemeinde. „Der jüngste Teilnehmer war sieben, der älteste 85 Jahre alt.“ Die Mitglieder der islamischen Glaubensgemeinschaft gehören traditionell zu den Regsten, wenn es in Offenbach um bürgerschaftliches Engagement geht. „Wir sind in Deutschland so freundlich aufgenommen worden, da möchten wir auch etwas zurück geben“, sagte Mir, der mit seinen Gemeindemitgliedern vor allem das Areal zwischen Bieberer Straße, Lämmerspieler Weg und Bierbrauerweg säuberte.

Neben der Ahmadiyya Gemeinde waren die Elterninitiative OK-Kids mit rund 100 und der Offenbacher Tierschutzverein mit etwa 40 Leuten am personalstärksten bei der Putzaktion vertreten. Aber auch die Siedlergemeinschaft Tempelsee, die AG Waldhof und der SPD-Ortsverein sammelten eifrig mit. „Wir haben vor allem Gebiete gesäubert, für die es keine klar definierte Reinigungspflicht gibt“, erklärte Oliver Gaksch. „Zum einen wird so der Müll auf Flächen beseitigt, die nicht über die Reinigungssatzung der Stadt durch den ESO gereinigt werden. Zum anderen sehen wir die Aktion auch als Möglichkeit für die Bürger, etwas für ihre Stadt zu tun und sich mehr mit ihr zu identifizieren.“

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