Schädling kann für Menschen gefährlich werden

Offenbach - Der Eichenprozessionsspinner ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet und bevorzugt sonnige Standorte, einzeln stehende Bäume und lichte Wälder. „Im April und Mai schlüpfen die jungen Raupen aus den Eiern, um die frisch getriebenen Eichenblätter anzufressen“, schreiben Forstschützer.  Von Peter Schulte-Holtey und Heiko Wiegand

Demnach beginnen sich die Gifthaare Ende Mai bis Anfang Juni auszubilden.

Dann gehen die Raupen auf Wanderschaft und legen ihre gespinstartigen Nester an Stämmen und Ästen von Eichen an. „Die schon vom ersten Larvenstadium an stark behaarten Raupen bilden nach der zweiten Häutung besondere Haare aus, an denen sich kleine Widerhaken befinden, die das Nesselgift Thaumetoporin enthalten“, heißt es. Eigentlich sollen die Härchen die Raupen gegen Fressfeinde schützen. Die Forstexperten: „Kommt man mit diesen Haaren in Berührung, kann es bereits nach wenigen Stunden zu allergischen Reaktionen kommen. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge, Schwellungen, starker Juckreiz und Brennen. Mitunter bilden sich Quaddeln. Neben Hautreaktionen können sich auch Atemwegsreizungen, Schwindelgefühl, Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl oder eine Bindehautentzündung einstellen.“

In Kommunen wird auf biologische Schädlingsbekämpfungsmittel gesetzt. Das so genannte „Dipel ES“ mit dem Wirkstoff „Bacillus thuringiensis“ enthält Bakterien, die bei Insekten eine tödliche Infektion auslösen. In einer Mitteilung der Stadt Offenbach heißt es: „Über die Blätter gelangt der Wirkstoff des Insektizids in den Stoffwechselkreislauf. Die Raupen verenden, bevor sich die gefährlichen Härchen bilden können.“ Auch wenn das Spritzmittel nicht giftig ist, empfiehlt die Stadt Anwohnern, während des Sprühens Fenster und Türen geschlossen zu halten und den Aufenthalt im Außenbereich zu vermeiden.

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