Schandfleck bald Geschichte?

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Das Schild zeugt von der früheren Nutzung.

Offenbach - Es könnte das Verschwinden eines jahrelangen Schandflecks bedeuten: Ein Investor will das ehemalige Gelände des Autohauses Friedel an der Ecke Mathildenstraße/Gerberstraße bebauen. Von Matthias Dahmer

Die Schoofs Immobilien GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg plant auf dem derzeit noch verwilderten Areal auf vier Stockwerken generationenübergreifendes Wohnen mit insgesamt 60 Wohnungen, die zwischen 50 und 120 Quadratmeter groß sind. Im Untergeschoss ist ein Lebensmittelmarkt vorgesehen. Die Wohnungen sollen um eine großzügig und parkähnlich angelegte Grünanlage herum gruppiert werden und sind über Aufzüge direkt mit einer 100 Stellplätze fassenden Tiefgarage im Untergeschoss verbunden.

Wie Anne Dehmel, die Projektentwicklerin beim Investor Schoofs, mitteilt, soll bezahlbarer, energieeffizienter Wohnraum geschaffen werden, der zudem rollstuhlgerecht und barrierefrei ist. Familien mit Kindern, Senioren, Menschen mit Behinderung, Studenten und Berufseinsteiger sind die angepeilten Zielgruppen.

Ein Lebensmittelgeschäft und ein Getränkemarkt

Im Erdgeschoss der Wohnanlage werden den Plänen zufolge ein Lebensmittelgeschäft und ein Getränkemarkt entstehen, denen ein Café und eine Bäcker angegliedert sind. Der Bauantrag, sagt Diplom-Ingenieurin Dehmel, sei in der vergangenen Woche eingereicht worden. Er entspreche bis auf die Größe des geplanten Lebensmittelmarkts den Vorgaben des rechtskräftigen Bebauungsplans. Bei dem Markt handele es sich nicht um einen Discounter, sondern um einen Vollversorger, für den etwa 1500 Quadratmeter benötigt würden. Das sei schon kleiner als üblich, so Anne Dehmel.

Susanne Schöllkopf, Leiterin des Amts für Stadtplanung, weist darauf hin, das nach dem geltenden Bebauungsplan Einzelhandel in einer Größe von 800 Quadratmetern Netto- beziehungsweise 1200 Quadratmetern Bruttogeschossfläche unproblematisch sei. Mehr könne man angesichts des laufenden Verfahrens noch nicht sagen. Geht das Bauvorhaben im Rathaus durch, soll es im Herbst 2013 fertig sein.

Verwahrlostes Friedel-Gelände

Das verwahrloste Friedel-Gelände hatte zuletzt im Sommer 2010 Schlagzeilen gemacht, als das Ordnungsamt dort mehr als 30 abgestellte Alt-Autos abschleppen ließ, illegal abgeladener Müll und der Missbrauch des Areals Übernachtungslager Anwohner nervte.

Damals waren die Eigentumsverhältnnisse unklar, das Gelände stand zudem vor der Zwangsversteigerung. Kurz davor erwarb Schoofs das Grundstück.

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