Mit Scharte und Allee

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Nein, so sieht sie bestimmt nicht aus, die künftige Absenkung des Maindamms. Dennoch: Dank moderner Bildbearbeitung ist OP-Leser Michael Ackermann ein ungewöhnlicher Hingucker gelungen.

Offenbach ‐ Der Bürger hat’s in einem bislang einmaligen Akt der Beteiligung mit vorbereitet, jetzt nimmt das Verfahren zur Sanierung des Maindamms seinen üblichen Gang. Von Matthias Dahmer

Will heißen: Oberbürgermeister Horst Schneider hat als für die Stadtplanung zuständiger Dezernent seiner Verwaltung den Auftrag erteilt, die Pläne in eine Vorlage zu gießen, welche dem Parlament am 24. Februar zur Abstimmung vorgelegt wird.

Und Schneider freut sich: Dass man mit der dem „Lösungskorridor“ der Bürgerbeteiligung entsprechenden Vorlage alle Ziele erreichen wird, die angepeilt waren: „Optimale Standsicherheit, stadtgestalterische Aufwertung, weitgehender Baum erhalt und nicht zuletzt Finanzierbarkeit“, listet er auf.

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Verwirklicht werden soll bei dem Jahrhundertbauwerk nun eine Kombination aus den Varianten 6 und 7. Sie beinhaltet im Kern eine dem jetzigen Damm mainseitig vorgesetzte Spundwand, die abschnittsweise Baumerhaltung samt Neupflanzungen sowie eine Absenkung des Damms auf einer Länge von etwa 90 Metern zwischen Ludo-Mayer-Straße und Schloßstraße. „Das wird eine deutliche sichtbare Allee und kein Flickenteppich“, ist sich der Verwaltungschef sicher. Und das Schloss werde durch die „Scharte im Damm“ komplett freigestellt.

Schneider geht davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren erst „Mitte oder Ende 2012“ beendet ist, der Damm somit abschnittweise in den Jahren 2013 bis 2015 gebaut wird. Bei den Kosten sieht er am Ende einen „zweistelligen Millionenbetrag“ stehen, genauer will er sich nicht festlegen. Parallel zum Planfeststellungsverfahren, kündigt der Oberbürgermeister an, erarbeite man ein Konzept zur Verkehrsentlastung der Mainstraße. Dessen Grundgedanke: Den Durchgangsverkehr dort raushalten.

„Nachhaltige und zukunftsweisende Lösung“

Weil der Erfolg bekanntlich viele Väter hat, klopft sich gestern auch die Rathaus-Koalition auf die Schulter angesichts ihrer getroffenen „Vereinbarung“ zur Maindammsanierung. Die beinhaltet freilich nichts anderes als das, was die Bürgerbeteiligung ergeben hat. „Die Stadt rückt künftig wieder näher an den Fluss, viele Bäume können erhalten werden und die Stadt erhält einen attraktiven, sicheren Deich“, formuliert FDP-Fraktionschef Oliver Stirböck. „Mit dem jetzt getroffenen Kompromiss haben wir eine nachhaltige und zukunftsweisende Lösung gefunden“, sagt Ulla Peppler für die SPD. „Die richtige Lösung für den Maindeich ist gefunden“, jubelt Peter Schneider von den Grünen.

Weil er nach Gesprächen mit der CDU den Eindruck hat, dort werde mittlerweile auch in Richtung einer Kombi-Lösung gedacht, hofft Horst Schneider auf einen breiten Konsens bei der Parlaments-Abstimmung am 24. Februar.

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