Offenbacherin sorgt fürs richtige Make-Up

Schauspieler verschönern

Das Hobby zum Beruf gemacht: Hannah Chinnakam ist Maskenbildnerin. - Foto: Ngo

Offenbach - Hannah Chinnakam steht nicht im Rampenlicht. Doch sie sorgt dafür, dass die anderen gut aussehen, wenn sie dort stehen. Die Offenbacherin ist Maskenbildassistentin und hat ihr Hobby, das Schminken, zum Beruf gemacht. Es ist ihr Traumjob, wie sie sagt. Von Vanessa Koller 

Im vergangenen Jahr war sie drei Monate für „Vaterfreuden“, den neuen Film von Matthias Schweighöfer, in München, verbrachte jeden Tag zirka 13 Stunden am Set. „Die Kollegen waren supernett, die Stimmung unglaublich familiär. Eigentlich war das wie eine große Klassenfahrt“, erzählt Hannah lachend. Durch ihren Beruf lernt die Halbthailänderin viele neue Leute kennen und reist in verschiedene Städte, ihr ist nie langweilig. Als schönstes Erlebnis aus dem „Vaterfreuden“-Dreh nennt sie das „Bergfest“: Bei der Feier zur Halbzeit des Drehs werden erste Filmszenen gezeigt. „Zu sehen, was am Ende bei der ganzen Arbeit herauskommt, ist einfach überwältigend“, schwärmt die 23-Jährige.

Ihre Aufgaben reichen vom Auftragen des Make-Ups bei Nebenrollen über das Organisieren vom Off-Set bis zum Bepudern von Komparsen. Sie ist dafür zuständig, dass die Frisuren bei jedem Einzelnen sitzen und alle hübsch aussehen. Klar hat der ganze Rummel auch Nachteile: „Zeit für Privates gibt es nicht, das bleibt während der Arbeit am Set auf der Strecke. Wenn ich spätabends nach Hause komme, lege ich nur noch die Füße hoch, am nächsten Tag geht es wieder um halb fünf raus.“

Mit der Familie in Bieber

Wenn sie gerade nicht auf Dreh ist, lebt Hannah mit ihrer Familie in Bieber. Dort ist sie aufgewachsen, an der Leibnizschule absolvierte sie ihr Abitur. In Offenbach trifft sie sich mit ihren Freunden am liebsten am Wilhelmsplatz. Für sie ist die Stadt Heimat: „Egal wo ich hinkomme, ich erzähle immer sehr stolz, dass ich Mitglied bei den Offenbacher Kickers bin.“ Nach dem Abitur zog es sie allerdings erstmal weg. Sie studierte ein Jahr im österreichischen Klagenfurt, belegte ein Seminar für Spielfilmproduktionen und war sofort Feuer und Flamme für die Materie.

Mit dem Ziel vor Augen, später Frauen und Männer der Filmszene zu verschönern, ging Hannah auf eine private Make-Up-Artist-Schule in Frankfurt. Dort kam sie erstmals mit dem Film in Berührung, sie verbrachte ein paar Tage am Set von „Schlussmacher“, ebenfalls in der Regie Schweighöfers. Ihr Handwerk gefiel den Machern so gut, dass sie das Angebot fürs Projekt „Vaterfreuden“ erhielt.

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Die 23-Jährige war total aus dem Häuschen und zögerte keine Sekunde, als das Telefon klingelte: „Damals arbeitete ich noch bei einer Kosmetikfirma. Ich packte sofort meine Koffer und war auf dem Weg nach München.“ Als der Film im Kasten war, kehrte sie zurück und hatte Panik. Angst davor, keine Aufträge mehr zu bekommen. „Wenn mich meine Oma fragte, was ich nächste Woche mache, antwortete ich ihr, dass ich es nicht weiß“, schildert Hannah. Dennoch blickt die Maskenbildnerin optimistisch in die Zukunft: „Ich mache mich nicht verrückt, irgendwas geht immer.“

Die Umstände geben ihr offenbar Recht. Hat sie doch gerade ihre Fähigkeiten bei der Produktion einer Weihnachtskomödie unter Beweis stellen können. Und das erklärte Ziel von Hannah Chinnakam ist nicht allzu schwer zu erraten: Hollywood.

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