Schlauchturm wird saniert

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In die Jahre gekommen: Der Schlauchturm der Feuerwehr.

Offenbach - Auf ihm wirbt eine Firma, die es so in Offenbach längst nicht mehr gibt, die Holzteile von Balkon und Brüstung sind teilweise verfault, und auch am Beton nagt der Zahn der Zeit unerbittlich. Keine Frage - der Schlauch- und Übungsturm der Feuerwehr ist in die Jahre gekommen. Von Matthias Dahmer

Das sieht auch die Stadtregierung so. Weshalb der Zweckbau, der die Wache an der Rhönstraße prägt, saniert werden soll. Geschätzte Kosten: satte 349.000 Euro. Stimmt die Stadtverordnetenversammlung einem entsprechenden Grundsatzbeschluss des Magistrats zu, kann die Verwaltung mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Projektvorlage beginnen.

Das Bauwerk wird nicht mehr zum Trocknen der nassen Schläuche genutzt, seit dem Jahr 2000 passiert dies in der neuen Waschanlage. Trotzdem: Verzichtbar ist der Betonklotz deshalb nicht. Der Turm erschließt nämlich die Stockwerke der angrenzenden Gebäude, dient als Übungsraum, und - man mag es kaum glauben - er setzt nach Ansicht der Stadt auch „erhaltenswerte architektonische Akzente“.

Erhebliche Schäden im Laufe der Zeit

Am 16. Mai 1962 bezog die Offenbacher Berufsfeuerwehr ihre neue Wache in der Rhönstraße, auch wenn diese erst im Jahr 1963 offiziell fertig gestellt wurde. Der Bau liegt annähernd auf dem geografischen Mittelpunkt der Stadt. Von hier aus können die Einsatzfahrzeuge schnell alle Stadtviertel erreichen.

Der Turm ist eine Konstruktion aus Stahlbeton. Seit seiner Einweihung wurde wenig in die Bausubstanz investiert. Durch die Nutzung, aber auch witterungsbedingt entstanden im Laufe der Zeit erhebliche Schäden. Auch entsprechen die Brüstungshöhe der Balkons und der Treppen nicht mehr den heutigen Anforderungen der Hessischen Bauordnung.

Im Keller arbeitet weiterhin die sogenannte Schlauchübergabestation. Hier liegt auch der Zugang zu der Schlauchwerkstatt. Und am Turm können die Feuerwehrleute den Umgang mit tragbaren Leitern, Absturzsicherung und den Umgang mit der Drehleiter trainieren. Auf dem Flachdach ist außerdem die Antennenanlage der Funkleitstelle installiert.

Klettergerüst für bessere Ausbildung

Geplant ist jetzt die Sanierung der geschädigten Betonoberfläche und des Sichtbetons. Balkonanlage sowie Fenster und Türen werden komplett ausgetauscht, die Flachdachabdichtung erneuert. Im Inneren sollen zudem Treppen und Wände renoviert werden. Zur besseren Ausbildung der Feuerwehrleute ist im ehemaligen Schlauchaufzugschacht die Insallation eines Klettergerüsts vorgesehen. Außerdem wird eine sogenannte Brandwohnung eingerichtet, um dort unter realistischen Bedingungen Einsätze zu üben.

Der Entwurf der Feuerwache stammt von dem Offenbacher Architektenbüro Novotny und Mähner. Die Planer überzeugten damals, im Jahre 1958, Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Zuge eines Wettbewerbs mit ihrer Ausarbeitung.

„Das Gebäude wurde bewusst ohne überflüssigen Aufwand gestaltet. Stattdessen prägen funktionell wichtige Elemente den Bau. Gemeinsam mit der Turmaufweitung geben sie der Anlage ihren eigenwilligen, unverwechselbaren Charakter“, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

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