Schlemmermarkt

Im Zeichen des Genusses

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Die Jugend verkaufte Christrosen, die eine Bieberer Gärtnerei für den guten Zweck spendiert hatte.

Offenbach - Gleich mit einigen Sorten Gebäck hat Margot Schulmeyer sich eingedeckt. Die Mörfelderin ist mit Tochter Birgit und deren Freundin zum Offenbacher Tierheim auf den Buchhügel gekommen. „Zum ersten Mal“, sagt sie und hält Ausschau nach Mitbringseln. Von Harald H. Richter 

Heidesand und Hutzelbrot, Honig- und Gewürzplätzchen, Christstollen und Früchtebrot im Topf finden ebenso Abnehmer wie weitere hausgemachte Erzeugnisse. Die Auswahl nicht allein an weihnachtlichen Backspezialitäten ist groß.

An diesem ersten Adventsonntag geben sich immer mehr Besucher des Schlemmermarkts die Klinke in die Hand und wollen im Raum neben der Katzenstation kleine Aufmerksamkeiten erwerben. Allein 250 Gläser Gelee, Konfitüre und Marmelade hat Vorstandsmitglied Edith Sommer nach der Obsternte gefüllt. „42 Sorten sind es diesmal, und alle verwendeten Blüten, Früchte und Beeren aus der Natur sind abseits von Straßen oder gedüngten Feldern gesammelt und verarbeitet worden“, erzählt sie. Vieles stammt aus privaten Gärten der Mitglieder und ist – wie Tierheimleiterin Gudrun Lincke versichert – „100 Prozent Bio.“ Mehr als 30 Sorten feine Liköre, „die es nur bei uns gibt“ und die zum Teil mit Gewürzen veredelt sind, stehen ebenfalls zum Verkauf und bieten sich als Geschenk an.

Viele Ehrenamtler

Nahezu 20 ehrenamtliche Mitglieder legen sich an diesem letzten Novembernachmittag ins Zeug, um den Besuchern, unter ihnen etliche Familien mit Kindern, allerlei Leckeres zu offerieren. Deftige Kartoffelsuppe mit und ohne Fleischeinwaage etwa oder auch Heißgetränke aller Art. „Eine vegane Suppe für mich und ein paar Wiener Würstchen für den Hund“, lautet der Bestellwunsch einer Besucherin, dem sogleich entsprochen wird.

Ein paar Meter daneben will auch die Vereinsjugend ihr Scherflein zu Gelingen beitragen. Nicht ohne Eigennutz, denn der Erlös an ihrem Stand fließt in die eigene Kasse.

Lange schon engagiert sich die 20-jährige Eileen Grünstein im Tierschutzverein, und diesmal gibt sie der elfjährigen Nina und deren jüngerer Schwester Sarah Instruktionen. Die beiden Mädchen wirken erst seit Kurzem in der Jugendgruppe mit. An ihrem Stand werden an diesem Nachmittag nicht nur Waffeln verkauft, sondern auch Christrosen im Topf, gestiftet von der Bieberer Gärtnerei Liebig. Gleich gegenüber ist der Stand von Hobbyimker Björn Pittelkow aufgebaut. Er selbst steht jedoch nicht dahinter, weil zeitgleich auch ein Markt in Dietzenbach stattfindet, an dem er den Ertrag seiner fleißigen Bienenvölker feilbietet.

Dafür beantwortet Mutter Michaela Jüdell Fragen der Kundschaft rund um das gesunde Naturprodukt, dem antiseptische und antibakterielle Wirkung zugeschrieben wird. Aus 13 Standardsorten Bienenhonig besteht die Auswahl, hinzu kommen mildaromatische Spezialmischungen, etwa mit Holunder oder Rosenöl versehen. „Als natürliches Antibiotikum empfiehlt sich insbesondere Propolistinktur“, rät die Expertin. Honigweine, Met und Bienenwachskerzen runden das Angebot ab.

Von allem unbeeindruckt bleiben die eigentlichen Heimbewohner. Die von den Helfern umsorgten Vierbeiner in den Hundezwingern haben gerade ihr Futter bekommen, und in der Katzenstation blinzeln unter anderem der rotbraun-getigerte Schmusekater Lenny und das drei Monate alte Samtpfötchen Tiffy den Besuchern entgegen.

„Wir würden uns freuen, wenn sich in nächster Zeit vor allem unsere Freigänger vermitteln ließen, gern auch paarweise“, hofft Gudrun Lincke. Denn im Gegensatz zu den Stubentigern interessieren sich für diese Vierbeiner nur wenige Tierfreunde. Doch auch ihnen möchte man alsbald ein neues Zuhause und liebevolle Katzeneltern wünschen.

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