Internationaler Schleuserring zerschlagen - drei Festnahmen in Offenbach

Offenbach/Frankfurt (baw) - Die Polizei hat in den frühen Morgenstunden einen internationalen Schleuserring zerschlagen. Der mutmaßliche Kopf der Bande ist ein Offenbacher.

Die Bundespolizei hat in den frühen Morgenstunden im Raum Offenbach, Mainz Hannover und Neuss insgesamt acht Wohnungen durchsucht. Vier Angehörige eines mutmaßlichen Schleuserrings sitzen nun in Untersuchungshaft. Diese stehen im dringenden Verdacht, Schleusungen in das Bundesgebiet organisiert und durchgeführt zu haben.

Hochwertige Fahrzeuge sichergestellt

Über 100 Einsatzkräfte der Bundespolizei konnten bei den Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial sicherstellen. Hierzu zählten auch zwei hochwertige Fahrzeuge, die durch die Täter für die Schleusungen in Europa genutzt wurden. Die gesuchten Personen ließen sich ohne Widerstand festnehmen, wie die Polzei berichtet.

Vier Täter im Rhein-Main-Gebiet festgenommen

Vier Täter wurden im Rhein-Main-Gebiet festgenommen. Drei in Offenbach (zwei in der Innenstadt und einer in Bürgel), die vierte Festnahme war im Stadtgebiet Frankfurt.

Die Staatsanwaltschaft Offenbach war bei der geplanten Festnahmeaktion, die auf intensive verdeckte Ermittlungen beruht, federführend.

Unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Italien

Die Täter sollen sich darauf spezialisiert haben, irakische Staatsangehörige, die zuvor teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Italien gelangt waren, über Österreich nach Deutschland und von dort weiter nach Skandinavien zu schleusen, so die Polizei. Bisher können dem Schleuserring mindestens 13 Taten zur Last gelegt werden. Dabei wurden - nach ersten Erkenntnissen - über 30 Personen geschleust.

Der Kopf der Bande ein Offenbacher

Als Kopf der Schleuserbande soll ein 38 jähriger irakischer Staatsangehöriger aus Offenbach fungiert haben. Während der seit März andauernden, umfangreichen Ermittlungen soll der Tatverdächtige vermehrt Fahrer angeworben haben, die für einen Lohn zwischen 800 und 1000 Euro immer wieder zu schleusende Personen in Italien aufnehmen sollten.

Ausgeliefert von Dänemark

Den mutmaßlichen Bandenchef konnte die Polizei in Dänemark schon vorher dingfest machen. Dieser sitzt dort derzeit bereits wegen eines Schleusungsdeliktes in in Haft. Aufgrund der bundespolizeilichen Ermittlungen wurde durch die Staatsanwaltschaft ein europäischer Haftbefehl erlassen, der durch die dänischen Behörden vollstreckt wird. Der mutmaßliche Täter darf sich nach seiner Auslieferung anschließend auch noch in Deutschland einem Gerichtsverfahren stellen.

Die weiteren Ermittlungen dauern an.

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