Ein Schloss wie auf dem Tablett

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Alles wird anders: Die Schlossstraße sowie die Gehwege rund um den geschichtsträchtigen Bau erhalten im nächsten Jahr eine Pflasterung aus Basalt. Der Asphalt bleibt indes an der Einmündung zur Mainstraße. Dort verschwinden dafür die Mittelinsel sowie die Rechtsabbiegespuren aus und in die Schlossstraße.

Offenbach ‐ Wenn im Herbst des nächsten Jahres alles fertig ist, dann soll es dem Betrachter vorkommen, als werde es ihm auf einem Tablett stehend serviert, das Isenburger Schloss. Von Matthias Dahmer

Um diesen Eindruck zu vermitteln, werden im Frühjahr rund ums Wahrzeichen umfangreiche Arbeiten an Gehwegen, Schlossstraße und Schlossplatz starten. Ziel: Eine einheitliche, den historischen Charakter unterstreichenden Oberfläche aus Basaltpflaster rings um den Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert.

Während der Schlossplatz Sache des Landes ist, wird sich die Stadt um Straße und Gehwege kümmern, wie der städtische Verkehrsplaner Hans-Joachim Bier-Kruse berichtet.

In Angriff genommen werden ein etwa 50 Meter langer Fahrbahnabschnitt der Schlossstraße in Höhe des Schlossplatzes, die Gehwege der Schlossstraße zwischen der HfG-Überbauung und der Mainstraße, der 170 Meter lange Gehweg der Mainstraße direkt vor der geschichts-trächtigen Immobilie zwischen Ludo-Mayer-Straße und Schlossstraße sowie das östliche Trottoir der Ludo-Mayer-Straße auf einer Länge von 50 Metern.

Der Querschnitt der Schlossstraße bleibt unverändert

An der Einmündung zur Mainstraße endet die BasaltBepflasterung der Fahrbahn, wird eine übliche Asphaltdecke aufgetragen. Dafür verschwinden dort die Mittelinsel, die Einfädelspur rechts in die Mainstraße sowie der separate Rechtsabbieger von der Mainstraße in die Schlossstraße. Erhalten bleibt aber des Autofahrers Möglichkeit, von Bürgel aus kommend links in die Innenstadt abzubiegen.

Der Querschnitt der Schlossstraße bleibt unverändert. Gehweg und Fahrbahn bilden in Höhe des Schlossplatzes eine gestalterische Einheit. Der Bordstein wird dort auf drei Zentimeter abgesenkt, mehr ist wegen der Wasserableitung und der erforderlichen tastbaren Kante für Blinde und Sehbehinderte nicht drin, sagt Bier-Kruse. Auch an den bestehenden Tempo-Regelungen kann wegen der Bedeutung der Straßen für den Verkehr nicht gerüttelt werden. Die Planer gehen indes davon aus, dass die gestalterischen Maßnahmen und die schmalere Straße dazu führen, dass die Autos langsamer fahren werden.

Mehrkosten bleiben indes nicht an der Stadt hängen

Damit die Sicht aufs Schloss möglichst ungehindert ist, verschwinden unmittelbar vor dessen Fassade an der Mainstraße sieben Bäume. Stattdessen ist dort zwischen Gehweg und Mainstraße als Trenner eine Hecke geplant. Als Ersatz für die sieben gefällten Bäume sollen dann zehn auf der ehemaligen Einfädelspur in die Mainstraße östlich der Schlossstraße neu gepflanzt werden.

Das alles kostet natürlich auch ein bisschen Geld. 790.000 Euro sind für die Umgestaltung in diesem zweiten Bauabschnitt vorgesehen. Zusammen mit dem bereits fertigen ersten Teil, der die Schlossstraße von der HfG-Unterführung Richtung Marktplatz umfasste, werden am Ende 1,57 Millionen Euro verbaut sein.

Das Projekt geht auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom November 2003 zurück. Der wurde wegen Umplanungen im zweiten Bauabschnitt dann noch zweimal geändert. Zuletzt im Juli dieses Jahres als es galt, die Planungen mit der Hochschule für Gestaltung abzustimmen.

Die durch die Umplanungen entstandenen Mehrkosten in Höhe von insgesamt 55.000 Euro bleiben indes nicht an der Stadt hängen. Sie werden vom Hessischen Baumanagement im Zuge des Landesprojekts Schlossplatz-Umgestaltung getragen.

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