Aus Schlosskirche ins Bibelhaus

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Pfarrer Veit Dinkelaker

Rumpenheim - (mk) Pfarrer Veit Dinkelaker wirkte sieben Jahre in Rumpenheim. Zum 1. Juli wechselt er an das Museumsufer Frankfurt.

Nach annähernd sieben Jahren ist das Ende absehbar. Pfarrer Veit Dinkelaker verlässt die evangelische Schlossgemeinde. Ab 1. Juli wird er von der Kirchenleitung mit dem Amt eines „Theologischen Referenten“ für Religionspädagogik am „Bibelhaus-Erlebnismuseum“ in Frankfurt beauftragt. Er verlässt Rumpenheim mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Im Pfarrhaus wurde mein Sohn geboren. Außerdem haben wir in Rumpenheim viele Freunde gewonnen. Aber ich freue mich auch ungemein auf die neue Herausforderung“,sagt der 39-Jährige.

Die Schlossgemeinde war für Dinkelaker die erste Stelle als Gemeindepfarrer. Während seiner Amtszeit seit dem 1. August 2002 gab’s es viele Projekte und Neuerungen, die er teils mit angestoßen hat: die Orgelrenovierung 2003, die Erweiterung der kirchlichen Schülerbetreuung an der Ernst-Reuter-Schule an Nachmittagen bis 17 Uhr seit 2005, die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 250. Geburtstag der Schlosskirche 2006, die tägliche Öffnung der Schlosskirche seit 2007 mit Einrichtung der sogenannten Mainkirchenroute. Nun muss der Rumpenheimer Kirchenvorstand mit Dekanin und Pröpstin einen Nachfolger suchen. Erfahrungsgemäß dürften einige Monate vergehen, bis das Bewerbungsverfahren beendet ist. Vor Dinkelakers Antritt war die Pfarrerstelle in Rumpenheim ein gutes Jahr vakant. Wer in dieser Zeit die gut 2000 Gemeindeglieder seelsorgerisch begleitet, ist unklar: „Dafür ist das alles noch zu frisch“,bekundet Veit Dinkelaker.

Das Erlebnismuseum der altehrwürdigen Frankfurter Bibelgesellschaft ist fünf Jahre alt und wurde in dieser Zeit zu einer kirchlichen Erfolgsgeschichte, vor allem durch seine moderne, kreative Museumspädagogik, die den Besucher einbezieht. Derzeit wird dort eine der wertvollsten Bibelhandschriften Deutschlands gezeigt - die „Ottheinrich-Bibel“. In Rumpenheim war das Bibelmuseum 2004 zu Gast, als in der Schlosskirche auf Initiative von Pfarrer Veit Dinkelaker und dem Kirchenvorstand ein „Bibelzelt“ für zehn Tage aufgebaut wurde. Damals kamen 1000 Besucher, um die Ausstellung in der Schlosskirche zu sehen.

Nun werden das Bibelzelt, ein Jesus-Boot und eine Nachbildung von Gutenbergs erster Drucker-Presse und viele andere Ausstellungsstücke am Museumsufer zum ständigen Dienstort von Veit Dinkelaker. In einem Auswahlverfahren wurde der Pfarrer aus Rumpenheim für diese Stelle auf fünf Jahre bestimmt: „Ich habe mir immer gewünscht, an der Aufgabe mitzuarbeiten, die Bibel und ihre Welt vielen Menschen nahe zu bringen. Das geschieht in der Kirchengemeinde und in besonderem Maße im Bibelhaus am Museumsufer. Ich und meine Familie werden Rumpenheim, die Schlossgemeinde, den Park und das Pfarrhaus vermissen.“

An Arbeit dürfte es ihm nicht mangeln. Im Herbst soll die Ausstellung im Erlebnismuseum um Originalfunde der Zeit Jesu aus Israel erweitert werden. Damit sind erstmals ständig Fundstücke der Israelischen Altertumsbehörde außerhalb des Heiligen Landes zu sehen. Die neu geschaffene Pfarrstelle soll die Arbeit des Museums noch stärker mit kirchlichen Angeboten in Gemeinde und Schule verknüpfen.

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