Schmuckkästchen für Bieber

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Biebers Ostendplatz gehört bislang zu den ödesten Freiflächen der Stadt. Seit vielen Jahren wird über seine Umgestaltung gestritten. Jetzt kann geplant werden, wie 590  000 Euro in seine Verschönerung investiert werden.

Offenbach (tk) ‐ Heinz-Josef Lorz wirkt zufrieden. Weitgehend. Es geht um die Neugestaltung des Ostendplatzes.

Man muss halt Kompromisse eingehen, aber es musste ja mal was passieren“, sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Bieberer Ortsvereine (IGBOV), der verfolgt, wie die Stadtverordnetenversammlung einen Schlussstrich unter eine noch aus dem vorigen Jahrhundert stammende Debatte zieht. Einmütig verabschiedet das Parlament den Auftrag an den Magistrat, den Ostendplatz in Bieber umzugestalten.

Heinz-Josef Lorz gehört zu den Bieberern, die das mit ermöglicht haben. Wie Manfred Jäger und Hans-Joachim Leonhardt vom Gewerbeverein, Hans Winter vom Heimatverein und Georg Wagner von der TGS. Mit ihnen hat Oberbürgermeister Horst Schneider ausgehandelt, was an diesem Donnerstag von der Koalition zur Abstimmung vorgelegt wurde.

Die Kernpunkte für die Neugestaltung eines der bislang ödesten Plätze der Stadt:

- Der Kiosk an der Seligenstädter Straße wird abgerissen; wenn sich ein Investor findet, kann ein neues Wasserhäuschen seitlich davon an der Obermühlstraße gebaut werden.

Die Buswendeschleife wird zurückgebaut und zwischen Seligenstädter Straße und Platanenreihe gepflastert.

Der übrige Platz erhält eine wassergebundene, also unbefestigte Decke, die für Veranstaltungen wie die Kerb und das Fest der Vereine geeignet sein soll.

Die senkrecht angeordneten Parkplätze entlang der Obermühlstraße bleiben erhalten. Damit haben sich die Vereine gegen die Stadt durchgesetzt.

Ob die Hochbeete am östlichen Platzrand erhalten bleiben, ist noch offen. Auf jeden Fall soll es zusätzliche Zugänge von der Obermühlstraße geben, damit der Platz besser eingesehen werden kann. Von der Seligenstädter Straße aus soll es ebenfalls einen besseren Blick auf den Platz geben; die Grünanlage wird besser gestaltet und gepflegt, Strauchwerk zurückgeschnitten, Bäume bleiben.

Nördlich des künftig mit Bäumen vom Ostendplatz getrennten EVO-Grundstücks wird ein modern ausgestatteter Spielplatz angelegt.

Das Ganze ist nicht billig

590 000 Euro stehen für die Maßnahme zur Verfügung. Jetzt soll das Amt für Baumanagement eine detaillierte Projektvorlage erstellen.

Im Sitzungssaal herrschte Erleichterung vor, dass jetzt eine 20 Jahre andauernde Debatte mit unzähligen Bürgerversammlungen beendet werden kann - wenngleich klar ist, dass es einige Klagen über den Kiosk-Abriss geben wird. Stephan Färber (SPD) betonte die breite Beteiligung der Bieberer an dieser Lösung, und auch Hans Burkart (CDU) fand es schön, das es eine mit den Vereinen abgestimmte Planung geben soll. Oliver Stirböck (FDP), versprach ein „kleines Schmuckkästchen für Bieber“, und der Oberbürgermeister jubelte: „Nicht nur Offenbach bekommt einen tollen Wilhelmsplatz - Bieber bekommt einen tollen Ostendplatz.“

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