Offenbach lahmgelegt

Vor Schneemassen kapituliert

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Hat die extra installierte Fahrbahnheizung im Bieberer S-Bahn-Schlupf nicht funktioniert? Ein 101er-Bus rutschte gestern gegen einen Betonpfeiler, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Beim ESO, der für die Heizung zuständig ist, weist man darauf hin, dass sie sich je nach Witterung automatisch ein- und ausschalte.

Offenbach - Der heftigste Schneefall dieses Winters kam im meteorologischen Frühling und legte gestern auch weite Teile Offenbachs lahm: Von Matthias Dahmer

Arbeitnehmer, die wegen verschneiter Straßen und Staus zu spät zur Arbeit kommen, bereits bis zum Mittag Dutzende – glücklicherweise glimpflich verlaufende – Unfälle im gesamten Stadtgebiet, Offenbacher Verkehrs-Betriebe, die ab 14 Uhr den Busverkehr einstellen, und Schulen, die nachmittags die Eltern bitten, sie mögen bitte ihre Sprößlinge abholen.

Definitiv den meisten Stress haben die Mitarbeiter des ESO: Schon zwischen drei und vier Uhr in der Nacht rückt die Mannschaft des Stadttdienstleisters in Offenbach aus. Und obwohl mehr als 100 Leute pausenlos im Einsatz sind, gelingt es selbst den sechs großen ESO-Räumfahrzeugen bis zum Nachmittag kaum, die Hauptverkehrsstraßen freizubekommen.

Immerhin: „Es gibt keine technischen Ausfälle im Fuhrpark, und Streusalz ist genug vorhanden“, sagt ESO-Sprecher Oliver Gaksch.

Nichts geht mehr auf der Seligenstädter Straße

Noch unklar ist, ob die vom ESO betreute Fahrbahnheizung im Bieberer-S-BahnSchlupf ausgefallen und damit ursächlich für einen Unfall ist, bei dem gegen 11.40 Uhr ein Bus der Linie 101 auf der steilen Rampe ins Ruschen kommt und gegen einen Betonpfeiler knallt. Nichts geht mehr auf der Seligenstädter Straße. Die Kollegin, die vom Ortstermin in Waldhof mit dem 101er zurück in die Redaktion will, geht tapfer zu Fuß.

Bis um 15 Uhr registriert die Polizei im Stadtgebiet mehr als ein Dutzend Unfälle. Polizeisprecher Henry Faltin macht wenig Hoffnung auf Besserung: Die Autobahnen in der Region seien komplett dicht, auf den meisten Bundesstraßen schleiche der Verkehr. „Wer in einer Kreiskommune wohnt und heute noch nach Hause will, hat schlechte Karten“, verweist Faltin auf den Wetterbericht, der Schneefall bis zum Abend ankündigt.

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Kurz vor 14 Uhr vermeldet OVB-Chef Volker Lampmann die Kapitulation vor den Schneemassen: Weil die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr zu gewährleisten sei, rollen ab 14 Uhr keine Busse mehr. Erst in den frühen Morgenstunden des heutigen Mittwoch soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Die OVB informieren die Fahrgäste über Info-Anzeigen an den Haltestellen, Schulen erhalten Nachricht, der Verkehrsfunk meldet den Stopp. Busse aus dem Kreis verkehren hingegen unverdrossen.

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