Kaiserlei-Arena im Fokus

Schneider wundert die plakative Schuldzuweisung

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Ganz so entspannt wie zwischen den Oberbürgermeistern Peter Feldmann und Horst Schneider ist das Verhältnis zwischen Amtsträgern beider Städte offenbar nicht immer...

Offenbach - Das Boulevard-Blatt kostet es aus, die Offenbacher als Bremsklotz der angedachten Multifunktionshalle im Kaiserlei vorzuführen. Von Martin Kuhn 

„Scheitert die Super-Arena an einer Linksabbieger-Spur?“, arbeitet man in großen Lettern eine – in einem schönen Bild verpackte –  vermeintlich kleinliche Haltung der Nachbarstadt heraus. Oberbürgermeister Horst Schneider zeigt sich gestern „verwundert“ über diese plakative Schuldzuweisung. In schöner Regelmäßigkeit kochen Frankfurter das Thema Multifunktionshalle hoch, obwohl sich an den Fakten seit Monaten nichts ändert. Gut möglich, dass sich Schneiders öffentliche Verwunderung hinter geschlossenen Rathaustüren in Ärger verwandelt. Was aber treibt den Frankfurter Sportdezernenten Markus Frank dazu, mit einer gewissen Beharrlichkeit den schwarzen Peter der Stadt Offenbach zuzuschieben? Eine gute Frage. Und dann bricht der Oberbürgermeister doch sein wochenlanges Schweigen: „Franks Aussagen stehen im Widerspruch zu den gescheiterten Versuchen, seit Frühsommer einen gemeinsamen Gesprächstermin zu finden.“

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Den haben Schneider (SPD) in seiner Funktion als Planungsdezernent und sein Frankfurter Pendant Olaf Cunitz (Grüne) mit CDU-Politiker Frank nun im November. So dringlich scheint die Arena-Idee dann doch nicht zu sein...Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Stadtverordneten im Römer die Beratung zum Antrag mit dem Titel „Multifunktionshalle am Kaiserlei nicht scheitern lassen“ jüngst im Sportausschuss bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt haben. Schneiders Position als „aufgeklärter Metropolbürger“ steht unverändert: „Eine solche Arena wäre ein Attraktivitätsgewinn; und ja, die Metropolregion Rhein-Main braucht eine solche Halle.“ Er schränkt jedoch ein: „Aber Offenbach braucht diese Halle nicht.“ Die Beschlusslage ist nach seinen Worten klar: Die Stadt hat Frankfurt das Recht eingeräumt, für eine solche Arena Offenbacher Flächen nutzen zu dürfen. Mehr nicht. Da geht es um weit mehr als um eine 90 Meter lange Linksabbieger-Spur zum Parkhaus für künftige Besucher. „Es ist ja nicht einmal ein möglicher Standort geklärt. Warum sollen wir mit einem Wurmfortsatz beginnen, wenn der Wurm nicht da ist?“, fragt der Verwaltungschef.

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Bereits vor der Sommerpause genehmigte das Stadtparlament mit dem Bebauungsplan 610 und einem Umlegungsverfahren mehrheitlich zwei Vorlagen, die als wichtige Verfahrensschritte für den Rückbau des Kaiserleikreisels und die weitere Erschließung des Gewerbeareals westlich der A 661 gelten. Davon weicht die Stadt nicht ab, bis klar ist, „dass die Halle kommt“. Dazu müsste Frankfurt zunächst eine Ausschreibung auf den Weg bringen, mit der ein privater Investor und Betreiber gesucht wird.

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