Schnelle Daumen gefragt

Offenbach ‐ Man(n) fühlt sich schnell in die Kindheit zurückversetzt: Daumen drauf und schon rast das kleine Auto los. Bei fehlendem Fingerspitzengefühl stellt sich jedoch schnell Frust ein, denn bei jeder Kurve haut es das Gefährt aus der (Carrera-)Bahn. Von Niels Britsch

Früher wurde dann wutentbrannt der Temporegler in die Ecke gefeuert, heute geht das nicht, denn Man(n) ist aus dem Alter raus. Und außerdem gehört sich so etwas im KOMM nicht.

Fast ausschließlich Jungs tummeln sich an der Rennstrecke im Untergeschoss des Offenbacher Einkaufszentrums, wo seit Montag eine insgesamt 48 Meter lange Carrera-Bahn aufgebaut ist. Das einzige weibliche Wesen ist Anna Paska vom Center-Management, die sich erstmals in ihrem Leben an einem solchen Rennen beteiligt - mit mäßigem Erfolg: In jeder Runde fliegt ihr Wagen in mindestens einer Kurve raus, besonders schwer tut sie sich in der S-Schikane. Trotzdem ist die KOMM-Mitarbeiterin begeistert: „Das macht ja richtig Spaß!“

Bis Samstag noch ist die Bahn aufgebaut, zwischen 13 und 19 Uhr können Carrera-Fans dort täglich ihre Runden drehen. Ab 15 Uhr finden dann Qualifikationsrennen statt, die Sieger dürfen beim „Großen Preis“ am Samstag mitmachen. In den Geschäften des „KOMM“ werden Coupons ausgeteilt, die zum Start bei den Vorausscheidungs-Rennen berechtigen, oder die Teilnehmer zahlen eine Spende von 50 Cent, die den Erdbebenopfern in Haiti zugute kommt.

In fünf Runden gegen die Konkurrenz durchsetzen

Wer beim großen Rennen am Samstag starten möchte, muss sich in fünf Runden gegen die Konkurrenz durchsetzen, ohne aus der Bahn zu fliegen - kein leichtes Unterfangen. Bülent und Hasan haben sich bereits qualifiziert, trotzdem stellen sie sich immer wieder an. „Es macht Spaß, und wir müssen für Samstag trainieren.“ In dem Fünfer-Startfeld ist für drei Fahrer bereits nach einer halben Runde Schluss. Bülent streicht nach drei Runden die Segel, und Hasan kann einen ungefährdeten Sieg einfahren. „Auf den langen Strecken gebe ich Vollgas, vor den Kurven lasse ich kurz los und gebe danach wieder Gas“, beschreibt der 14-Jährige sein Erfolgsrezept. Die Jungs gehören zu einer Gruppe, die Promoter Philipp Matusch als „harten Kern“ bezeichnet: „Sie klappern die Geschäfte ab, um an die begehrten Coupons heranzukommen.“ Bereits am ersten Tag seien 200 Fahrer gestartet, „so was spricht sich schnell rum“. Für den Großen Preis werden zwischen 120 und 150 Teilnehmer erwartet, immerhin winken den Siegern attraktive Preise: Die ersten drei Plätze erhalten Einkaufsgutscheine im Wert zwischen 100 und 300 Euro.

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