An der Schnittstelle

Stella Schimmele im neunten Teil unserer HfG-Serie

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Mag die Vielfalt: Stella Schimmele.

Offenbach -  Kunst oder Jura? Eine Webserie der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG) zeigt, dass es sich lohnt, einen Kreativstudiengang zu wählen. Daniel Herzog sprach mit Studenten über ihre Gründe, sich an der HfG zu bewerben. Im Internet unter op-online de läuft voraussichtlich ab Dienstag die neunte Folge – über Stella Schimmele. Von Tamara Marszalkowski

Stella Schimmele bringt erst mal einen Eimer Kompost weg. Sie schultert ihn und stapft auf dem Gelände des Antagon-Theaters Frankfurt los. Das sieht alles schwer nach Abenteuer aus: ein kaputtes Auto, eine Bühne und geheimnisvolle Requisite. Schimmele plant zurzeit eine Performance, bei der das Ensemble des Antagon mitwirkt.

Schimmele hat Film studiert und arbeitet an der Schnittstelle von Theater und Neuen Medien. Gerade hat sie alle Hände voll zu tun und kann vor Aufregung kaum schlafen. Diplom-Vorbereitung, Ausstellungsorganisation – und das gleichzeitig. Schon vor einigen Wochen hatte sie eine Schau zu gestalten. Sie lacht ein wenig verlegen und sagt: „Ja, das ist meine heiße Phase, in der ich kaum noch atmen kann. Die geht von März bis Juli.“

Vor und nach dieser Phase kümmert sie sich um die Finanzierungen ihrer Projekte. Sie hätte sich von ihrem Studium gewünscht, mehr darüber zu erfahren, wie Existenzgründung funktioniert. „Ich habe erst letztes Jahr gecheckt, wie das geht.“ Dabei sei das gar nicht mehr so schwierig, wenn man es erst einmal raus habe.
Und dass sie es raus hat, bekräftigen diverse Preise und ein Stipendium. Ihr Studium hat die zierliche 26-Jährige über Nebenjobs finanziert. Erst half sie in der Pflege aus, jetzt arbeitet sie in Berlin in einer Kita. Seit September wohnt sie auch dort und pendelt. Ihr gefällt die Szene in der Hauptstadt.

An der HfG schätzt sie besonders, dass sie dort „so querfeldein“ studieren konnte. Erst hat sie Experimentelle Raumkonzepte bei Heiner Blum studiert, dann Film bei Rotraut Pape und Elektronische Medien bei Alexander Oppermann. Auch Performance bei Britta Thie und Comic-Zeichnen bei Mariola Brillowska hat sie besucht. Ihren Projekten ist diese Vielfalt anzumerken. Die meisten davon setzen sich formübergreifend mit dem Internet auseinander. „Man sollte sich auf jeden Fall mit unterschiedlichen Sachen auskennen. Ich habe viel gelernt. Aber man muss auch viel ranklotzen“, sagt Schimmele. Und lacht wieder.

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