Schock für AWO-Kunden

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Das Uhrtürmchen im Hainbachtal: Auch die sozialen Uhren gehen bei der Offenbacher Arbeiterwohlfahrt anders.

Offenbach ‐ Schlechte Nachricht für ältere Offenbacher, die sich von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Alltag unterstützen lassen: Der Preis für den Seniorendienst verdoppelt sich von 12,50 auf 25 Euro pro Stunde. In dieser Höhe ist das für alle ein Schock. Von Thomas Kirstein

AWO-Vorsitzender Kurt Herrmann, seit Herbst 2009 im Ehrenamt, sagt, der AWO bleibe aber nichts anderes übrig, als für Kostendeckung zu sorgen: Die alten, aus den 80er Jahren stammenden Verträge mit der Stadt, die solche günstigen Angebote ermöglichten, sind hinfällig.

In den für die AWO goldenen Zeiten engster Zusammenarbeit mit dem Rathaus war Defizitausgleich vereinbart worden: Die AWO macht attraktive Preise, am Ende des Jahres deckt die Stadtkasse die Differenz zu den tatsächlichen Kosten ab.

Diese belaufen sich laut einer unabhängigen Prüfung für die Arbeiterwohlfahrt aber nicht auf 12, sondern auf 25 Euro pro Stunde. Das übersteigt deutlich den üblichen Marktpreis von etwa 16 Euro für solche Leistungen. Kurt Herrmann weiß, warum: „Wir zahlen Tarif, Arbeitergeberanteile für die Sozialversicherung, bei Urlaub und Krankheit, haben Verwaltungs- und Buchhaltungskosten und einen Fuhrpark.“

Die Stadt wird künftig den Unterschiedsbetrag zwischen dem, was die Kunden zahlen und was bei der AWO zu Buche schlägt, nicht mehr übernehmen. Bis zu 350.000 Euro schießt die Stadt seit langem jährlich für den Seniorenservice der AWO zu. Diesen nutzen rund 250 ältere Offenbacher, 220 zahlen 12,50 pro Stunde selbst, für 30 kommt das Sozialamt auf.

Im Jahr 2006 änderten sich die gesetzlichen Vorgaben; die Stadt darf den Wohlfahrtsverbänden nur noch das überweisen, wozu sie verpflichtet ist.

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