Fast vier Jahre Haft für 24-Jährigen

Die Ex-Freundin auf Weg zur Arbeit vergewaltigt

Offenbach - Das Offenbacher Schöffengericht äußert geringe Hoffnung, dass ein 24-jähriger Offenbacher noch „ein friedliches Mitglied der Gesellschaft werden kann“. Wegen Vergewaltigung seiner Ex-Freundin muss er für drei Jahre und zehn Monate hinter Gitter.

Wegen Körperverletzung hatte er bereits unter Bewährung gestanden. Seine Eltern waren Anfang der 90er Jahre als Spätaussiedler aus Russland nach Offenbach gekommen. Bei seiner Urteilsbegründung vermutete Richter Manfred Beck, dass der Junge zu sehr verwöhnt und nicht dazu erzogen worden sei, auf andere Rücksicht zu nehmen. Die älteren Kinder der Familie leben unauffällig.

Den Hauptschulabschluss hatte der 24-Jährige wegen Desinteresse und Abwesenheit nicht hinbekommen, zuletzt war er arbeitslos, auch weil er Gelegenheitsjobs rasch wegen Unzuverlässigkeit oder Marihuanarauchens verlor. Das Amtsgericht Offenbach kannte er jedoch sehr gut, denn seit der Strafmündigkeit musste er sich zwölf Mal dort verantworten, unter anderem wegen Raubs und Körperverletzung sowie schweren Diebstahls.

Gewaltsam zerrte er sie in einen Keller

Als 21-Jähriger imponierte er einer damals 14-Jährigen. Beide kamen aus demselben problematischen Offenbacher Wohngebiet. Der junge Mann bestärkte seine Freundin in der Auffassung, dass ihre Eltern Spießbürger seien: Sie verlangten nämlich, dass ihre Tochter spätestens um 19 Uhr zu Hause war. Als das Mädchen die Schule verlassen und eine Ausbildung begonnen hatte, dämmerte ihr, dass der Freund sie nur ausnützte, um seinen sexuellen Spaß zu haben. Sie musste feststellen, dass er ihr nicht treu war, und beendetete die Beziehung – auch weil sie merkte, dass ihr Freund als Kiffer keine Perspektive für sich entwickeln konnte. Er hing immer mehr ab und wollte wohl von ihren Einkünften leben.

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Der Mann war aber offensichtlich überzeugt, dass nur Männer eine Beziehungen wirksam beenden können. So lauerte er eines Morgens seiner Ex-Freundin auf, als sie auf dem Weg zur Arbeit war. Nach Auffassung des Gerichts wollte er ihr deutlich machen, dass er der Herr sei und dass er bestimme, wann Schluss sei und wann nicht. Gewaltsam zerrte er sie in einen Keller, wo er sich an ihr verging.

tk

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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