Zwei Bayern vom Schöffengericht verurteilt

Marihuana-Geschäft im Internet verabredet

Offenbach - Weil sie sich bei einem Drogengeschäft dümmer anstellten, als die Polizei erlaubt, wurden zwei Bayern vom Offenbacher Schöffengericht verurteilt. Der jüngere der beiden, ein 23-Jähriger, kam mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten davon.

Sein Komplize, ein 48-Jähriger mit einer langer Liste an Vorstrafen, muss dagegen für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Der 23-Jährige aus dem bayerischen Kochel verabredete im Internet mit einem 25-Jährigen aus Bad Bentheim, einem Ort nahe der Grenze zu den Niederlanden, einen Drogendeal über ein Kilogramm Marihuana. Bereits dabei kamen ihnen Polizeibeamte auf die Spur, die das Internet auf Straftaten durchforsteten.

Der Norddeutsche wollte bei dem Geschäft am Preisgefälle verdienen, das sich zwischen dem Kauf im niederländischen Coffeeshop und dem Weiterverkauf in Süddeutschland ergibt. Er kalkulierte mit einem Gewinn von bis zu 1 500 Euro. Auch der junge Bayer wollte seinen Reibach machen, erhoffte sich durch Verkauf zwei- bis dreitausend Euro Gewinn.

Teurer Transport

Richter Manfred Beck wies in diesem Zusammenhang auf Erkenntnisse der Polizei hin, wonach sich die Droge auf dem Weg nach Bayern tatsächlich deutlich von 3.000 Euro im Coffeeshop auf 15.000 bis 20. 000 Euro in Bayern verteuert. Das hänge mit dem Transportweg und wohl vor allem mit der Befürchtung der Dealer zusammen, dass die Strafen um so härter werden, je weiter südlich sie erwischt werden.

Ob die Geschäftspartner deshalb ein Treffen im Rhein-Main-Gebiet vereinbarten, ist unklar. Jedenfalls trafen sie sich Ende 2012 in Offenbach. Beide hatten je zwei Mann Verstärkung mitgebracht, darunter der 48-jährige Komplize des Bayern. Der Mann galt als besonders gefährlich, weil er schon einmal einen Menschen totgeschlagen hatte und dafür neuneinhalb Jahre in Bayern im Gefängnis saß.

In einer Offenbacher Gaststätte, in der die Übergabe erfolgen sollte, schlug die dank Facebook-Auswertung auf dem Laufenden gehaltene Polizei dann zu. Während das norddeutsche Team vor einem anderen Gericht angeklagt wurde, mussten sich die zwei Bayern vor dem Offenbacher Schöffengericht verantworten.

Der 23-Jährige, der keine Vorstrafen hat, benannte glaubhaft den Hintermann des Drogengeschäfts. Der habe ihm das Geld für den Drogenkauf gegeben, sagte der jüngere der Angeklagten.

Der 48-Jährige behauptete dagegen, er könne sich an nichts erinnern. Der 23-Jährige habe ihn zu einer Party nach Augsburg eingeladen. Warum auf einmal die Party in Frankfurt habe stattfinden sollen, wisse er nicht.

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Der Jüngere konnte diese Version indes nicht bestätigen. Er habe klar gesagt, dass Drogen besorgt werden sollten und er Begleiter brauche. Der Kollege sei zudem nicht betrunken gewesen. Dies bestätigten die Polizisten, die den 48-Jährigen festgenommen hatten.

Weil der Jüngere den Hintermann benannte und keine Vorstrafen hatte, kam er mit der Bewährungsstrafe davon. Das Gericht sah aber keinen Grund, dem Antrag der Staatsanwaltschaft zu folgen und dem 48-Jährigen Bewährung zu geben. Mit Blick auf zwölf Vorstrafen und seine „Räuberpistole“ vor Gericht gab es die Haftstrafe.  (mad)

Rubriklistenbild: © dpa

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