Lieferwagendiebe verurteilt

Von DNA und Navi überführt

Offenbach - Für zwei Jahre und vier Monate will das Offenbacher Schöffengericht zwei Polen wegen Diebstahls hinter Gitter schicken.

Sie waren am 14. April bei dem Versuch gescheitert, einen in der Offenbacher Region entwendeten Mercedes Sprinter nach Tschechien bringen zu lassen. Während der Fahrer des Lieferwagens selbst unerkannt davon kam, landeten die mit einem Renault Laguna reisenden Polen vor Richter Manfred Beck.

Am fraglichen April-Samstagmorgen waren der 37- und den auf dem Weg in die tschechische Republik. Der Bundesstraße 303, die sie gewählt hatten, gilt jedoch die besondere Aufmerksamkeit der bayerischen Polizei, weil sie schon länger als beliebte Ausfuhrroute für gestohlenes Kupfer gilt. So stoppten uniformierte, ein Zivilfahrzeug nutzende Beamte den ihnen verdächtigen Laguna etwa drei Kilometer vor der Grenze. Aber nicht nur der Renault hielt an, sondern auch ein Lieferwagen mit Offenbacher Kennzeichen. Als sich diesem ein Polizist näherte, gab der Fahrer Vollgas.

Beide bereits polizeilich registriert

Die Bayern gaben das Kennzeichen in den Polizeicomputer ein, als gestohlen gemeldet war der Sprinter jedoch noch nicht: Wie sich mit einem Anruf klären ließ, hatte der Halter noch gar nicht gemerkt, dass ihm sein Auto fehlte. Es wurde kurze Zeit später von der tschechischen Polizei jenseits der Grenze in der Nähe von Cheb auf dem Parkplatz einer Tankstelle verlassen aufgefunden.

Bereits polizeilich registriert waren die beiden Polen aus dem Renault, und zwar wegen Diebstahls. Die bayrischen Beamten waren sich nun ziemlich sicher, dass der gestohlene Sprinter und die Polen aus dem Laguna in Verbindung standen. Weitere Ermittlungen lieferten Indizien: Auf der Ladefläche des Lieferwagens wurde ein Schlauch zum Ansaugen von Diesel gefunden, an dem die DNA der beiden Angeklagten festgestellt werden konnte. Weiterhin wies das Navi des Laguna aus, dass dieser in der Nacht des Sprinter-Diebstahls nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt gestanden hatte. Auch fanden sich bei den Angeklagten Quittungen von Geschäften aus dem Kreis Offenbach.

Das Gericht sah es auf Grund der Beweislage als erwiesen an, dass die Polen am Diebstahl des Sprinters beteiligt waren und verurteilte sie. Nun geht es in Berufung: Der Staatsanwaltschaft ist die Strafe zu niedrig, der Verteidigung zu hoch. 

tk

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