Schöne Bescherung mit Kickern

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Und das ist erst der Anfang: Peter Caligaris Weihnachtsbaum-Aktion im Bürgerbüro des Rathauses bringt auch Geschenke hervor, „die preislich über warme Wintersocken hinausgehen“.

Offenbach ‐ Selten kommt jemand auf eine Idee, ohne von irgendwoher einen Anstoß bekommen zu haben. Der für Peter Caligaris Weihnachtsbaum-Aktion „kam durch Peter Arens, den Vizepräsidenten von Mainz 05“. Von Stefan Mangold

Mit dem Fußballfunktionär verbindet Caligari, Offenbacher Friseur aus der Berliner Straße, eine Freundschaft. „Die Mainzer engagieren sich sehr stark sozial“, sagt Caligari. Der ist passionierter Fan der Kickers. Daher kennt er Michael Sternkopf, der unter anderem bei den Bayern und den Gladbachern spielte und heute das Marketing des OFC leitet. Caligari fragte an, ob der OFC mitmache, wenn es darum ginge, Offenbacher Kinder aus finanziell klammen Verhältnissen an Weihnachten zu beschenken. Sternkopf sagte sofort zu, „klar machen wir mit.

Also kamen am Samstag die Offenbacher Spieler Steffen Haas, Tufan Tosunoglu und Sebastian Rode ins Rathaus unter den Weihnachtsbaum und verteilten Geschenke. Für die Kinder war es etwas Besonderes, Profispielern ihrer Heimatstadt so nahe zu sein. Die Spieler wirkten ausgeruht, denn niemand von ihnen hatte am Abend zuvor beim torlosen Unentschieden gegen Erfurt auf dem Platz gestanden. Die drei kurieren derzeit ihre Verletzungen aus.

Am Baum hingen noch die Wunschzettel. „Sie sollten ruhig Sachen aufschreiben, die etwas mehr kosten“, sagte Caligari, „die preislich über warme Wintersocken hinausgehen“. Denn Weihnachten solle für die Kinder „etwas Außergewöhnliches sein.

Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Birgit Simon hatte zuvor vermittelt. So bekam etwa ein Junge aus der Wohngruppe für alleinerziehende Mütter eine Gitarre geschenkt. Andere waren vom Treff in der Neusalzer Straße gekommen. „Wir betreuen dort bis zu 40 Kinder nach der Schule“, erklärte Barbara Leissing, Regionalleiterin des Jugendamts. Insgesamt mehr als 50 Gewerbetreibende hatte Caligari im Vorfeld gefragt, ob sie Geschenke beisteuern wollen: „Die Resonanz war enorm.

Die meisten jedoch wollten sich selbst nicht in den Einkaufstrubel stürzen, sondern überwiesen Geld. Am Ende zog der Friseurmeister mit dem Merkzettel los, kaufte ein „und verpackte die meisten Geschenke“ eigenhändig. Etliche Leute hätten auf Umwegen von der Aktion gehört und ihm „zum Beispiel gestern auf dem Bieberer Berg Geld gespendet.

Das Engagement der Kickers begründete Michael Sternkopf damit, „dass der Verein tief in der Stadt verwurzelt ist. Deshalb gehen uns auch die sozialen Probleme etwas an.“ Für ihn persönlich sei die Teilnahme ohnehin eine Selbstverständlichkeit, „als Vater identifiziere ich mich automatisch mit einer solchen Aktion.“ Im nächsten Jahr wolle sich der Verein „noch verstärkt einbringen. Vielleicht liegt dann die fünffache Menge unter dem Baum.

Durch Spenden, die Caligari auch noch bekam, als die Geschenke längst eingewickelt waren, blieben 550 Euro übrig. Einen entsprechenden Scheck erhielt Birgit Simon. Wenn für die Familienfreizeit im Sommer etwa ein Zelt fehle, „verwenden wir dafür das Geld.

Mit dem Transport ihrer Geschenke hatten es nicht alle Kinder leicht. So ächzte der kleine Canünal unter der Last eines großen Pakets: „Mama, das ist voll schwer.

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