Das Schönste und Praktischste

Bei der offiziellen Einweihung des Feuerwehrhaus Rumpenheim überreichte (von links) Architekt Markus Karow den Schlüssel an Oberbürgermeister Horst Schneider. Der gab ihn gleich weiter an Feuerwehr-Amtsleiter Uwe Sauer und den Rumpenheimer Wehrführer Gerd Lang.

Offenbach - Seit dem großen Umzug vor fünf Monaten haben sie sich eingerichtet und alles ausprobiert, haben die Vorteile der modernen Räume kennen gelernt und die ersten Einsätze bewältigt. Von Alexandra Bauer

Und seit Samstag haben sie auch einen Schlüssel. Der passt natürlich in kein Schlüsselloch der Welt, dafür ist er viel zu groß. Aber er hatte die genau die richtige Dimension, um Freude und Besitzerstolz zu symbolisieren, die bei der offiziellen Einweihung des neuen Domizils der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim am Mainzer Ring herrschte.

Wie viele Menschen am Neubeginn der Brandschützer in einem funktionalen, geräumigen und zeitgemäßen Gebäude Anteil hatten, erschloss sich schon aus der langen Rednerliste, die von musikalischen Einlagen des Musikzugs der Schaafheimer Feuerwehrkollegen flankiert wurde. Der Offenbacher Feuerwehrchef Uwe Sauer erinnerte an die Freude über die Bewilligung des Bauvorhabens.

Erinnerung ans erste Treffen im Juni 2006

Oberbürgermeister Horst Schneider verwies auf andere Einweihungen der jüngsten Vergangenheit, etwa die der neuen TSG-Halle, die den Mainzer Ring wie auch die Feuerwache erheblich aufwerte. Der OB gab sich stolz, dass die 2,4 Millionen Euro für den Neubau trotz einer chronisch angespannten Haushaltslage zusammengekommen sind. Er würdigte die wichtige Rolle der Feuerwehren bei der Katastrophenabwehr, ihre schnelle und beherzte Hilfe bei Hochwasser, Bränden oder anderen Notständen. Dass das Rumpenheimer Feuerwehrhaus nun auf Bürgeler Gemarkung steht, quittierte Schneider mit berühmten Worten von Willy Brandt: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“. Da erntete er viele Lacher.

Staatsminister Stefan Grüttner wies darauf hin, dass die „Daseinsvorsorge nicht an Ortsgrenzen halt macht“. Er erinnerte an 430.000 Euro Landeszuschuss und die Förderung eines neuen Löschgruppenfahrzeugs.

Architekt Markus Karow (Architekturbüro Katz + Partner) erinnerte an das erste Treffen im Juni 2006 als „Beginn einer arbeitsreichen und erfolgreichen Planungsgeschichte“. Planung und Errichtung des Feuerwehrhauses mit einer Fläche von 1000 Quadratmetern auf dem 2700 Quadratmeter großen Grundstück seien einer guten Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen geschuldet. Ein besonderer Dank ging an Werner Bühlen von der Offenbacher Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH (EEG).

Wolfgang Schuler zog Bilanz

Rumpenheims Wehrführer Gerd Lang erinnerte daran, wie er noch Ende der neunziger Jahre das Vorhaben eines Neubaus angesichts leerer Kassen meist belächelt worden sei. Nach dem ersten Spatenstich im August 2009 und dem Richtfest „mit Frostbeulen“ vier Monate später sei das Domizil nun das „schönste und praktischste in ganz Offenbach“. Feuerwehrvereinsvorsitzender Wolfgang Schuler zog Bilanz: Mit dem Umzug trete die Wehr nach 139 Jahren in eine neue Phase ein.

Das war das Stichwort für den Riesenschlüssel. Architekt Karow überreichte ihn an Oberbürgermeister Schneider; der gab ihn an Offenbacher Feuerwehrchef und Rumpenheimer Wehrführer weiter. Und Pfarrerin Kerstin Lippek von der evangelischen Schlossgemeinde und Pfarrer Wolfgang Fritz von der katholischen Gemeinde erbaten Gottes Segen für die erfolgreiche Arbeit der Feuerwehren.

Den wünschten natürlich auch andere. Stadtbrandinspektor Heinz Walter grüßte für die Freiwilligen Feuerwehren Offenbachs, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Rolf Keim für die benachbarten Feuerwehren. Stadtverordnetenvorsteher Erik Lehmann, Peter Freier (CDU), Andreas Schneider (SPD), Oliver Stirböck (FDP) und Dieter Jahn (FWG) schlossen sich an. Und auch Gesandte beider Stadtteile und Thomas Henne für den Feuerwehrverein Offenbach gratulierten.

Dass die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim nun in Bürgel firmiert, hat Stoff für zahlreiche humorvolle Nachbarschaftsneckereien geliefert - den Zusammenhalt zwischen den Stadtteilen aber auch sichtlich gestärkt. Wie es Wolfgang Schuler auf den Punkt brachte, „sind wir doch alle Offenbacher“. Und in diesem Sinne sei der Katastrophen- und Brandschutz jetzt mehr denn je eine Aufgabe der Stadtgemeinschaft.

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