Schöpferische Pause verlängert

Offenbach ‐ Gravierende Änderungen bei den Offenbacher Kunstansichten: Das bislang jährliche Festival der offenen Ateliers, Galerien und Museen wird es künftig nur noch alle zwei Jahre geben. Von Matthias Dahmer

Zudem einigten sich das städtische Kulturbüro und die Kunstschaffenden darauf, dass die Veranstaltung von September auf Mai verlegt wird. Die 12. Auflage der Kunstansichten ist deshalb erst wieder für Mitte Mai 2011 vorgesehen.

Die Umstellung auf den zweijährigen Turnus, auf eine Biennale also, diene der Qualitätssicherung, heißt es. Das Festival soll inhaltlich für Publikum und teilnehmende Künstler attraktiv bleiben beziehungsweise noch attraktiver werden. Dazu bastelt das Kulturbüro mit Projektleiterin Anna-Fee Neugebauer in diesem Jahr an einer Konzepterweiterung.

Nachdem sich schon länger leiser Unmut über den Veranstaltungsrhythmus geregt hatte, befragte das Kulturbüro im November 2009 die Teilnehmer. Die Auswertung ergab, dass 94 Prozent der Befragten für die zweijährliche Ausrichtung sind sowie 92 Prozent für die Verlegung in den Mai votieren.

Zu wenig Zeit zwischen Festivals gehabt

Viele Künstlerinnen und Künstler beklagen beispielsweise, zu wenig Zeit zwischen den Festivals zu haben, um die von ihnen erwarteten aktuellen Arbeiten für die Kunstansichten zu schaffen. Außerdem fehle beim bisherigen Rhythmus die Zeit, um an anderen Festivals und Ausstellungen teilzunehmen oder eigene Ausstellungen zu organisieren. Die jährliche Ausrichtung, so das Fazit, gehe einfach zu Lasten der Qualität und der Teilnahmebereitschaft.

Die Kunstansichten finden fortan im jährlichen Wechsel mit dem ebenfalls als Biennale konzipierten „Festival Junger Talente“ statt, so dass jedes Jahr ein ansprechendes Kunstfestival in Offenbach gewährleistet wird und diese im Kulturprogramm von Stadt und Region nicht mehr im internen Wettbewerb stehen.

Ziel der Kunstansichten ist es, künstlerische Prozesse an originellen Schauplätzen zugänglich zu machen: Ateliers, Galerien, Museen und alternative Räume öffnen ihre Türen und bieten in Hinterhöfen, Fabriken und Gründerzeitvillen die Möglichkeit der Kunstbetrachtung - verbunden mit einem Stadtrundgang, der zu einem ungewöhnlichen Blick auf die Stadt Offenbach einlädt.

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