Schon im Juli Edelstahl fürs 50-Meter-Becken?

Offenbach - (mk)  Den Weg hat die Koalition bestimmt: Geld aus dem Konjunkturförderprogramm II fließt unter anderem ins Waldschwimmbad, um endlich das undichte 50-Meter-Becken zu sanieren.

Der erste Offenbacher Schwimmclub (EOSC) drückt aufs Tempo. Im Juli will der Verein auf der Rosenhöhe mit den Arbeiten starten. Es ist wohl die dringendste Aufgabe, die der Vorstand zu bewältigen hat, den die Mitglieder am Freitag wählen. Die wohl wichtigste Aufgabe für die neue EOSC-Spitze: Das finanzielle Gefüge des Vereins für die nächsten Jahre zu sichern.

Gerade im Sommer suchen die Offenbacher Abkühlung im Waldschwimmbad Rosenhöhe, spülen Geld in die Kasse. Und Mitte Juli beginnen auch noch die Schulferien. Auf den ersten Blick eine eher unglückliche Terminwahl. „Ja“, bestätigt Dr. Walter Suermann, seit gut einem Jahr und dem Abschied von Norbert Baßmann Vorsitzender des Traditionvereins. „Wir haben lange diskutiert und überlegt - aber das ist die einzige Option.“ So stehen den Offenbachern wenigstens das 25-m- sowie das Planschbecken zur Verfügung, die in den Wintermonaten geschlossen sind.

Also kein Badespaß in diesem Sommer? Bürgermeisterin Birgit Simon warb in der jüngsten Parlamentssitzung schon mal für den Schultheisweiher als erfrischende Alternative. Zuversicht vermittelt ein Termin am Montag, an dem sie „Neuregelungen zur Badesaison“ im Naturschutzgebiet vorstellt. Zudem sieht die Rathaus-Verwaltung den Wunsch-Termin des EOSC noch lange nicht realisiert: „Zunächst müssen die Zuschüsse fließen, dann die Arbeiten ausgeschrieben werden.“ Es hängt also an Wiesbaden, beziehungsweise Berlin, ob die Offenbacher in diesem Sommer ihr einzig verbliebenes Schwimmbad nutzen können.

Bekanntlich ist eine Reparatur in dem 50-m-Becken nicht mehr möglich, da die Folie gerissen ist. Nun favorisiert der EOSC eine Sanierung in Edelstahl rostfrei. Ein Vorhaben, das beispielsweise in der bayrischen Landeshauptstadt angewandt wurde. Vorteile, die die Stadtwerke München auflisten: kurze Montagezeit durch Vorfertigung, hervorragende hygienische Eigenschaften, geringer Wartungsaufwand, edles Erscheinungsbild. Es ist das Projekt, das Dr. Walter Suermann seinem Nachfolger neben „geordneten Verhältnissen“ sozusagen zum Startsprung übergibt.

Was den neuen Mann an der Spitze des mehr als 2000 Mitglieder zählenden EOSC erwartet, ist mit erheblichen Zeitaufwand verbunden. „Für ein Ehrenamt liegt die Belastung schon hart an der Grenze“, sagt der ehemalige Oberbürgermeister. Zwei Kandidaten stellen sich am Freitag, 19 Uhr, im Saal des Hessischen Tennisverbandes dieser Anforderung und zur Wahl. Namen nannte Dr. Suermann nicht. Derweil werden für das Amt zwei Offenbacher gehandelt: Dieter Levi-Wach und Dieter Faulenbach da Costa.

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