Verkaufsfläche und Parkplätze

Trödelmarkt am Ringcenter: Schrumpfkur vereinbart

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Mehr Parkplätze, weniger Fläche für die Stände: Mit der Neuregelung will man dem Anwohner-Ärger über den Schnäppchenbasar Rechnung tragen.

Offenbach - Mit einer erheblichen Reduzierung der Verkaufsfläche zugunsten von Parkplätzen reagiert die Stadt auf die Auswüchse des Schnäppchenbasars am Ring-Center. Von Matthias Dahmer 

Im nächsten Jahr stehen auf dem nordöstlichen Teil des Geländes 340 statt bisher 210 Parkplätze zur Verfügung. Weil dadurch der Markt schrumpft, wird die Zufahrt zum Center vom Odenwaldring aus frei, was bislang dort aufgebaute Ständen verwehrten. Künftig werden automobile Marktbesucher mittels Einbahnregelung vom Ring auf die Parkflächen gelotst. An der Senefelderstraße, der bisher einzigen Zu- und Abfahrt auf das Gelände, geht es dann nur noch raus.

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Sollte das im ersten Halbjahr 2015 keine Entspannung bringen, die Zahl der Parkverstöße also nicht drastisch zurückgehen, wird ab der zweiten Jahreshälfte das Ganze noch einmal verschärft: 40 weitere Parkplätze werden dann am Osteingang des Ring-Centers von Ständen freigeräumt, die Marktfläche verkleinert sich entsprechend. Nicht gerüttelt wird an der Anzahl der Markt-Termine: Es bleibt bei einem Sonntag im Monat, also zwölf Märkten im Jahr. Marktbetreiber und Centermanagement seien über die Regelung zwar nicht erfreut gewesen, hätten sich im gemeinsamen Gespräch aber konstruktiv gezeigt, lobt Ordnungsdezernent Felix Schwenke gestern bei Vorstellung der Neuregelung.

Die Maßgabe, mit der Schwenke nach massiven Anwohnerprotesten und einer Unterschriftenaktion in das Treffen gegangen war: „Die Zustände waren nicht hinnehmbar, die Auswirkungen des Schnäppchenmarkts müssen erträglich bleiben.“ Bei seiner Argumentation stützt sich der Ordnungsdezernent vor allem auf die Menge der Parkverstöße rund um das Ring-Center an Markttagen: Bei den seit September 2012 laufenden, regelmäßigen Kontrollen durch ein beauftragtes Unternehmen wurden im Durchschnitt 140 Parksünder erwischt. Hinzu kommt, dass seit August dieses Jahres die Stadtpolizei mitkontrolliert – und damit auch abgeschleppt werden kann. Doch das, so Schwenke, sei wegen der Personalsituation auf Dauer nicht durchzuhalten.

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Der Ordnungsdezernent geht zwar nicht davon aus, dass künftig viel weniger Besucher zum Billigmarkt kommen. Er hofft aber, dass durch die Neuregelung folgende Rechnung aufgeht: Weniger Fläche, weniger Angebot, kürzere Verweildauer und damit kürzere Parkzeit der Schnäppchenjäger. Was wiederum die Chance erhöht, einen regulären Parkplatz zu erwischen. Auf dem gesamten Ring-Center-Areal, also auch am Rand und auf der Rückseite der Immobilie, stehen zum Markt im Januar insgesamt 640 Parkplätze zur Verfügung. Sollte sich die Situation nicht bessern, sind es ab Juli dann 680.

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