Schüler lernen bald im Hafen

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Schöner lernen im Hafenviertel: So soll – vom Nordring aus betrachtet – die neue Grundschule aussehen.

Offenbach - Es ist der gegen den Trend laufenden demografischen Entwicklung in der Stadt geschuldet: Statt Schulen zu schließen, muss Offenbach eine neue bauen. Von Matthias Dahmer

Konkret: Im entstehenden Hafenviertel, unmittelbar am Nordring, ist eine Grundschule samt Sporthalle und Kita geplant. Die vierzügige Schule wird für 400 Schüler konzipiert, die Kita ist für 140 Kinder vorgesehen.

Zum Ring hin ist ein fünfgeschossiger Riegel geplant. Er besteht aus einem Fachklassentrakt sowie – eine architektonische Besonderheit – zwei übereinander angeordneten Ein-Feld-Sporthallen. Daran schließt sich zum Hafenbecken hin ein zweigeschossiges, kammartiges Gebäude mit ruhigen, begrünten Innenhöfen an.

Im März 2014 soll es losgehen mit dem Neubau. Zu Beginn des Schuljahrs 2015/2016 ist er voraussichtlich bezugsfertig.

Satte 28,85 Millionen Euro Baukosten sind für die Hafenschule veranschlagt. Ein Betrag, den das klamme Offenbach eigentlich nicht hat. Doch der Regierungspräsident (RP) in Darmstadt als Aufsichtsbehörde hat angesichts steigender Schülerzahlen besonders im Nordend die Notwendigkeit des Vorhabens grundsätzlich anerkannt. „Das Projekt ist jenseits der Restriktionen des RP“, kann denn Oberbürgermeister Horst Schneider auch formulieren. Nur: Ein wenig Bauchschmerzen wegen der Kosten hatte die Aufsicht in Darmstadt offenbar schon. Erreichte die Stadt im Dezember doch ein RP-Schreiben mit der Bitte, auch Alternativ-Standorte zu prüfen.

Entscheidung über energetische und bauliche Standards steht noch aus

Das haben die Bauleute der Stadtverwaltung inzwischen getan. Ergebnis: Am vorgesehenen Standort gibt es nichts zu meckern. Denn, erläutert der OB, ein in Frage kommendes Ausweichareal an der Luisenstraße habe die Stadt mittlerweile zwecks Wohnbebauung versilbert, was auch im Sinne des RP sei.

Weil der in einem Architektenwettbewerb für die Schule gefundene Siegerentwurf des Darmstädter Büros Waechter + Waechter außerdem die wirtschaftlichste Lösung darstellt, darf die Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung das Projekt beschließen.

Entscheiden muss die Politik dabei jedoch über energetische und bauliche Standards, also das eine oder andere die Kosten beeinflussende Detail. So geht es etwa um die Frage, ob das Dach begrünt wird, die Fenster aus Holz oder Aluminium sind, der Bodenbelag aus Linoleum oder Parkett gefertigt ist. Das größte Einsparpotenzial, 1,6 Millionen Euro, ergäbe sich bei einem Verzicht auf die bislang in der Basisvariante vorgesehene Tiefgarage.

Eine Ersatzlösung, die sich auch Verwaltungschef Schneider vorstellen könnte, wäre die Bereitstellung der 42 erforderlichen Stellplätze auf dem in der Nähe gelegenen Mainuferparkplatz. Noch näher hätten es die künftigen Lehrer der Hafenschule, wenn sich die das Quartier entwickelnde Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) mit einem Investor über den Bau eines Parkhauses einig wird. Die Gespräche darüber laufen, sagt SOH-Sprecherin Regina Preis. Als Standort für das Parkhaus ist ein Gelände unmittelbar an der Carl-Ulrich-Brücke ausgewiesen.

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