Schulterschluss gegen Diebstähle

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Die Polizei hat gestern eine Plakataktion gegen den in der Vorweihnachtszeit zunehmenden Taschen- und Trickdiebstahl gestartet.

Offenbach - In der Vorweihnachtszeit ist es traurige Tradition, dass Taschen- und Trickdiebstähle zunehmen. Die Polizei hat deshalb gestern mit Plakaten und Informationen eine Aktion gestartet, mit der den Tätern das Leben schwerer gemacht werden soll. Von Matthias Dahmer

Zugleich ist man im Offenbacher Einzelhandel dabei, eine Art täterbezogenes Warnsystem aufzubauen.

Initiator ist Christian Fülbier, Inhaber des Jack Wolfskin Store im KOMM. Als Franchise-Nehmer sei seine berufliche Existenz mit dem Laden verbunden, er könne es deshalb nicht einfach hinnehmen, dass hochwertige Bekleidung gestohlen werde, sagt er. Fülbier hat damit begonnen, via E-Mail Kontakte mit anderen Geschäften aufzubauen. Mittlerweile macht ein knappes Dutzend mit. Ihr Ziel: Gegenseitiges Warnen, wenn einschlägig bekannte Ganoven in den den Läden auftauchen. Denn nicht jeder, den die Polizei erwischt, kann - so ist es gesetzlich festgelegt - gleich aus dem Verkehr gezogen werden.

Immerhin: Dank der Hilfe von Christian Fülbier ist das in der vergangenen Woche bei zwei Rumänen gelungen. Die einschlägig Vorbestraften sitzen wegen des Verdachts des Banden- und Trickdiebstahls in Untersuchungshaft. Einen der Täter hatte Ladenbesitzer Fülbier wiedererkannt, nachdem der 38-Jährige bei ihm in der Woche zuvor eine teure Jacke hatte mitgehen lassen. Fülbier informierte die Polizei, die den Mann sowie seine ebenfalls aus Rumänien stammenden Komplizen, einen 56 Jahre alten Mann und eine 50 Jahre alte Frau, festnahmen.

Bemerkenswert war die technische Ausrüstung des 38-Jährigen beim Jackenklau: Der Mann benutzte einen Industriemagneten, um die Sicherung an dem Kleidungsstück zu entfernen. „Das Gerät war fast besser als unser Entsicherungssystem“, sagt Christian Fülbier.

Die Polizei vermeldet allein für den Oktober rund 100 Taschen- und Trickdiebstähle. Sie wurden je zur Hälfte in Stadt und Kreis verübt. Ein Großteil der Taten dürfte auf das Konto von neun Personen gehen, die in den vergangenen 14 Tagen festgenommen wurden. Es handelt sich um vier Bulgarinnen, die inzwischen alle in Untersuchungshaft sitzen, zwei Rumäninnen, von denen eine in U-Haft wanderte, sowie drei Rumänen, die ebenfalls einsitzen.

2010 registrierte die Polizei mehr als 700 Taschen- und Trickdiebstähle in Stadt und Kreis, die Aufklärungsquote lag bei knapp 20 Prozent. In 2009 waren es etwa halb so viele Delikte. Aufklärungsquote: 26 Prozent.

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