Schultheisweiher in Offenbach

Beliebt zum Rumliegen

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An weniger heißen Tagen zieht es vor allem jene an den Schultheis, die auf der Liegewiese Erholung suchen.

Offenbach - Offenbach ist bekanntlich nicht gerade gesegnet mit Möglichkeiten, im Freien zu schwimmen. Zur Verfügung stehen das Bad auf der Rosenhöhe und der Schultheisweiher im Mainbogen. Von David Heisig 

Letzterer ist durchaus idyllisch gelegen hinter Bäumen und Gärten, ein kleines Eldorado für Naturliebhaber, nicht weit von der Stadt. Der Weiher am vergangenen Sonntag: Die Sonne scheint, der kühle Wind erfrischt und lässt kleine Wellen auf der Wasseroberfläche tanzen. Die „Bürgeler und Rumpenheimer Kiesgruben“ sind europäisches Vogelschutzgebiet. Kein Grillen, Hunde müssen angeleint sein, die Besucher auf den Wegen bleiben. Viele kommen mit dem Fahrrad. So auch eine Gruppe, die sich selbst als „Stammkundschaft“ bezeichnen. „Ab 25 Grad sind wir da“, lacht einer der Badegäste.

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Bis in die 60er Jahre wurde dort Kies abgebaut, bis heute ist man dabei, das Areal aufzuwerten. Der nähere Blick aufs Wasser ruft indes Zweifel hervor. Undefinierbares schwimmt umher, Algen haben sich ausgebreitet, und auf der Oberfläche treibt Schaum. Dennoch: Frederick Leister kommt gern zum Weiher. „Zum Rumliegen“ sei es okay. Auch wenn die Infrastruktur nicht so gut sei, es keinen Kiosk und keinen Imbiss gebe. Andere Besucher schätzen gerade die Ruhe, die nicht zuletzt diesem Mangel geschuldet ist. Das Wasser, meint Leister, wecke indes wenig Vertrauen.

Hartmut Luckner, stellvertretender Leiter des Umweltamts, räumt am Tag darauf auf Anfrage ein: „Vor Pfingsten gab es mal eine Situation, da mussten wir genauer draufschauen.“ Am 4. und 5. Juni habe man zuletzt die Werte gemessen. Algenbelastung sei festgestellt worden, der Chlorophyll-A-Wert sei aber in Ordnung gewesen. Auch das Stadtgesundheitsamt habe gemessen und melde: Keine Gefahr. Die Wasserqualität des Weihers ist ein Dauerthema: Mehrfach musste der Badebetrieb für längere Zeit eingestellt werden. Das stehende Gewässer hat keinen Zu- oder Abfluss. Die Landwirtschaft drumherum beeinflusst das Umweltgefüge. Das Nährstoffangebot im Wasser, etwa durch Algen, wird immer größer. Luckner widerspricht aber der Ansicht von Gästen, der See kippe bald um. Unzweifelhaft ist jedoch: Das Baden im Schultheis empfindet nicht jeder als angenehm.

Und der offizielle Warnhinweis am Strand ist nicht dazu geeignet, diesbezügliche Bedenken zu zerstreuen. Es wird vor Blaualgen gewarnt. Harmlos seien die Algen zwar, könnten aber komisch riechen, heißt es auf dem Schild. Außerdem ist dort zu lesen: „Sollten Symptome wie etwa verstärkter Juckreiz, Atembeschwerden oder Hautquaddeln auftreten, suchen Sie bitte einen Arzt auf.“ Auf die Nerven geht vielen, auch den Gartenbesitzern rund um den Schultheis, der Autoverkehr, für den eigentlich das Areal gesperrt ist. Am heißen Pfingstwochenende sei es besonders schlimm gewesen, war zu hören. „Die haben uns die Rettungswege zugeparkt“, kann auch die Badeaufsicht bestätigen, die um die 4000 Besucher gezählt hat. Das Parkchaos war am vergangenen Dienstag Thema einer Ortsbegehung von Verantwortlichen der Stadt. Ergebnis: Angedacht sind Personal an der Schranke am Damm an heißen Tagen oder eine deutliche Beschilderung mit Hinweis auf die Rettungswege und ein entsprechendes Parkverbot mit Aufstellung von Totholzstämmen.

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