Schwarzfahren nimmt zu

Offenbach - Die Anzahl der Schwarzfahrer in Offenbach hat in den vergangenen Jahren zugenommen.

Von insgesamt zirka 12,5 Millionen Fahrgästen pro Jahr bezahlen laut Auskunft von Volker Lampmann, dem Geschäftsführer der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB), etwas weniger als fünf Prozent – also rund 600.000 Fahrgäste – den Fahrpreis nicht. Mit einem einfachen Trick: Die Schwarzfahrer steigen durch die Hintertür der Busse ein und entgehen damit den Blicken und den Kontrollen der Busfahrer.

Deshalb will die OVB eine bereits 2006 gelaufene Aktion wieder aufleben lassen. Unter dem Motto „Vorn ist fair!“ soll das Schwarzfahren in Offenbach bekämpft werden. Die Informations- und Kontrollaktion in den Bussen und an zentralen Haltestellen in der Stadt soll den Fahrgästen in Erinnerung rufen, in den Bussen auch mit gültiger Fahrkarte immer vorne einzusteigen.

Kontrollierter Einstieg hat Zahl der Schwarzfahrer gesenkt

In einer Pressemitteilung schildert die OVB, dass im Idealfall alle Fahrgäste an der Vordertür beim Fahrer einsteigen, sie dort unaufgefordert ihre gültige Fahrkarte vorzeigen (oder ein Ticket bezahlen) und erst dann in den hinteren Teil durchgehen, um sich einen Sitzplatz zu suchen. Der Ausstieg könne natürlich weiterhin über die Hintertür des Busses erfolgen. Zudem gelte dieses Prinzip nicht für Rollstuhlfahrer sowie für Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollatoren oder Fahrrädern. Und auch in morgendlichen Verkehrsspitzen könnten vor allem an den großen Haltstellen wie dem Offenbacher Marktplatz, dem Hauptbahnhof oder Offenbach-Ost Ausnahmen gemacht werden.

Durch die Einführung des kontrollierten Einstiegs vorne beim Fahrer im Jahre 2006 konnte die Zahl der Schwarzfahrer gesenkt werden. Die Fahrgelderlöse stiegen um etwa 200.000 Euro im Jahr, nur noch rund zwei Prozent der Fahrgäste fuhren ohne Ticket. „Weil jeder zahlende Fahrgast einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Nahverkehrsangebotes leistet, ist es für uns ausgesprochen wichtig, bei diesem Projekt am Ball zu bleiben“, erklärt Lampmann, der nun wieder mit einem Rückgang auf zwei Prozent rechnet.

Zumal auch das eigene Personal dazu angehalten ist, genauer hinzuschauen. Denn auch die Nachlässigkeiten in den eigenen Reihen hatten zuletzt einen Anteil an der steigenden Zahl von Schwarzfahrern. „Pro Monat werden etwa 10.000 Fahrgäste von Mitarbeitern aus Frankfurt und Offenbach kontrolliert“, schildert Lampmann, „diese Zahl wollen wir steigern.“ In der erster Linie wird aber an das Gewissen der Fahrgäste appelliert.

dani

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