Mit Schwarz-Geld legten Afrikaner Gastwirt herein

Offenbach - Mit einer bizarren Betrugsmasche hat eine afrikanische Bande einen leichtgläubigen Offenbacher Gastwirt um 150 000 Euro erleichtert. Ein 35-Jähriger war vorm Schöffengericht wegen des Trickdiebstahls angeklagt. Da er beim Diebstahl selbst nicht dabei war, sondern lediglich bei der Vorbereitung, sprach ihn das Gericht frei.

Der Mann sei nun als Zeuge verpflichtet, den Namen des eigentlichen Täters preiszugeben. „Tut er das nicht, droht ihm bis zu sechs Monaten Beugehaft“, betonte Richter Manfred Beck.

Der Betrug spielte sich im Jahr 2004 ab. Nach Erkenntnissen der Polizei wird der „Wash-Wash-Trick“ bis heute eingesetzt. Der vor fünf Jahren bestohlene Wirt wollte damals seine Gaststätte verkaufen. Davon erfuhren zwei Schwarzafrikaner, die regelmäßig bei ihm zu Gast waren. Sie boten ihm rund 100 000 Euro. Das Geld müssten sie aus Afrika holen, wo vermögende Verwandte lebten. Da sie gute Anzüge trugen, glaubte der Gastwirt den Männern, die zudem den höchsten Preis boten. Als die angeblichen Kaufinteressenten Wochen später wieder erschienen, hatten sie einen Metallkoffer mit schwarzen Scheinen dabei. Die Afrikaner erklärten dem Wirt, es handle sich um gefärbte Euroscheine. Damit Zöllner bei der Ausreise aus Somalia sich das Geld nicht nehmen, hätten sie es schwarz eingefärbt. In Afrika sei das üblich, wenn man mit größeren Mengen Bargeld unterwegs sei.

Um die Scheine in den ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen, müsse man sie mit ungefärbten in Alufolie

Weißes Pulver

und Alufolie

zum Entfärben

verpacken und ein weißes Pulver hinzugeben. Die Männer führten den Trick mit zwei eingefärbten Scheinen und einem unbehandelten vor und präsentierten dem Wirt dann drei brauchbare Noten. Die angeblichen Kneipen-Käufer veranlassten dann den Wirt, 100 000 Euro Bargeld zu beschaffen, um damit die restlichen schwarzen Noten zu säubern. Als die Entfärbung stattfinden sollte, erschien einer der Afrikaner beim Wirt mit dem angeblich eingefärbten Geld, wobei es sich diesmal nur um schwarzes Papier handelte - geschnitten in Geldscheingröße.

Das Papier vermengte der bis heute unbekannte Gangster mit den echten Geldscheinen des Wirtes und schüttete das geheimnisvolle Pulver (tatsächlich: Talkum) hinzu. Um Fingerabdrücke zu vermeiden, trug der Afrikaner Haushaltshandschuhe. Dem Wirt gaukelte er vor, sich vor der aggressiven Chemikalie schützen zu wollen. Als er die Aluverpackung öffnete, geriet er in gespielte Panik. Angeblich sei die Entfärbung misslungen und stattdessen das echte Geld des Wirtes schwarz geworden. Der Mann sagte, er müsse mehr weißes Pulver holen und verschwand mit dem echten Geld. Einige Tage später meldete sich der Mann wieder und sagte, die Chemikalien würden allein nicht ausreichen. Er brauche weitere 50 000 Euro, damit die Entfärbung gelinge. Der Wirt ließ sich darauf ein. Wiederum scheiterte die Verwandlung, wieder verbreitete der Afrikaner Panik und verschwand samt der 50 000 Euro auf Nimmerwiedersehen.

Die Ermittler hoffen nun, mit Hilfe des Freigesprochenen noch auf die Spur des Gangsters zu kommen.

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