Reaktionen zu Max Moses Bonifers Rücktritt

Schweigen ist keine Lösung

+

Offenbach - Kein Ende in Sicht: Der Rücktritt des kommissarischen Stadtschulsprechers Max Moses Bonifer ist weiter Thema. Nicht nur Privatpersonen diskutieren, sondern auch die Fraktionen melden sich zu Wort. Von Eva-Maria Lill 

Der 18-Jährige hatte sein Amt niedergelegt, weil er Opfer antisemitischer Anfeindungen geworden war. Er hatte die städtische Integrationspolitik bemängelt. „Die geschilderten Vorkommnisse sind alarmierend. Rassismus jeglicher Art darf in unserer multikulturellen Stadt keinen Platz finden“, schreiben die Jusos in ihrer Stellungnahme. Integrationsbeauftragter Tung Nam Dang verdeutlicht: „Wir beobachten, dass Kategorien wie Nationalitäten und Religionen verschwimmen und im täglichen Miteinander keine Rolle mehr spielen. Leider gibt es aber auch diejenigen, die an überkommenen Feindschaften oder Vorurteilen festhalten. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, solchem Gedankengut die rote Karte zu zeigen.“ Auf der anderen Seite kritisiert Simon Bartonek von der Landesschülervertretung Bonifers Vorgehen: „Er hat weder mit uns noch mit der Stadt oder der jüdischen Gemeinde gesprochen. Auch ist er nach den Drohungen nicht zur Polizei. Die Geschichte gleich in der Presse breit zu treten erweckt den Anschein, dass es ihm mehr um Selbstdarstellung und weniger um eine seriöse Diskussion geht.“

Diesen Eindruck teilt der stellvertretende Stadtschulsprecher Mohamed El Bannay. Man dürfe Rassismus zwar nicht verschweigen, Bonifer selbst hätte allerdings das Gespräch suchen sollen. Der Vorstand des Stadtschülerrats distanziert sich von der geäußerten Kritik an der Offenbacher Integrationspolitik: „Es ist falsch, aus persönlicher Betroffenheit allgemeine Wahrheit abzuleiten. Ich selbst bin Schüler der Theodor-Heuss-Schule und kann über positive interkulturelle Projekte berichten“, sagt El Bannay. Vorgestern erschien Bonifer bei der Polizei, die nun wegen Bedrohung und Beleidigung ermittelt. Der Tatbestand wird noch geprüft.

Nachbarschaftsfest

Nachbarschaftsfest

Der Rücktritt beschäftigt auch die Junge Union. Um mit Schülern, Lehrern, Eltern und Bürgern über Probleme mit der Integration an Offenbacher Schulen zu reden, bietet sie einen runden Tisch unter dem Motto „JU hört zu!“ am Mittwoch, 12. November, 19 Uhr, im Waldeck, Langener Straße 163. Zugesagt haben der Referent für Integrationspolitik im JU-Landesvorstand, Sascha Roth, sowie der Vorsitzende der hessischen Schüler-Union, Vincent Buchta.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion