Schwerpunkt entschärft

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Jeder Punkt zeigt einen von 77 Unfällen am Geisfeldkreisel aus dem Jahr 2007. Die Karte 2008 hat dagegen nur 33 Eintragungen, freut sich Hauptkommissar Adelmann.

Offenbach - (tm) „Da baut man an einer viel befahrenen Strecke einen großen Kreisel mit je zwei Einfahrspuren, und dann wird die linke Einfahrt einfach wieder weggenommen, das kann doch nicht wahr sein!“ So und ähnlich schimpften Ende 2007 viele Autofahrer, die den Geisfeldkreisel auf der B 46, der Sprendlinger Landstraße, querten.

Auch böse Leserbriefe in unserer Zeitung waren an die Verantwortlichen gerichtet. Doch die können sich heute entspannt zurücklehnen und auf einen einschlagenden Erfolg verweisen, was die Unfallstatistik am einstigen Gefahrenpunkt angeht.

Hauptkommissar Stefan Adelmann organisiert im Polizeipräsidium Südosthessen die Verkehrssicherheitsarbeit und vertritt seine Behörde in der Verkehrskommission, der noch Vertreter der Verkehrsbehörde der Stadt Offenbach und des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen angehören. Hier seine Zahlen, die für sich sprechen: 2006 waren 61 Unfälle auf dem Rund an der B 46 verzeichnet worden, 2007 gar 77. Nach den Maßnahmen wurden im vergangenen Jahr 33 Unfälle registriert. Betrug 2007 der Gesamtschaden aller Unfälle im Kreisel rund 292 000 Euro, so ein Jahr später 137 000 Euro.

18 000 Fahrzeuge fahren täglich von Norden kommend über den Kreisverkehr, ebenso viele sind es nochmal aus südlicher Richtung. Die Zahl derer, die von der Autobahn 3 auffahren, wurde noch nicht erfasst.

Von Norden, aus Richtung Offenbach kommend, wurde Ende 2007 die zweite Einfädelspur in den Kreisel herausgenommen, ebenso von Süden, aus Richtung Neu-Isenburg kommend. Zudem raute man die Fahrbahn auf und versah sie mit einer griffigen Asphaltdecke. „Das machte die Verbindung von Reifen zu Fahrbahn besser. Meist kracht es im Rundverkehr ja durch Auffahrunfälle“, erklärt Adelmann.

In 16 Unfälle waren 2006 Autos verstrickt, die aus Richtung Offenbach kommend in den Kreisel fuhren, 2007 zählte die Polizei gar 23. Nach den Umbauten waren es 2008 nur noch drei. Und von Süden her kommend ist die Entwicklung ähnlich: 2007 schepperte es 29 Male, vergangenes Jahr zehnmal.

Adelmann räumt ein, dass es im ersten Vierteljahr der Spurwegnahme vor allem morgens zu Rückstaus kam, immerhin bis zu 400 Meter lang. „Doch regulierte sich das nach dem Winter schnell, und die deutlich reduzierte Zahl an Unfällen bestätigt unsere Maßnahmen“, freut sich Adelmann.

Ermittelt werden soll jetzt die Zahl der von der A 3 in den Kreisel einfahrenden Autos. Auch hier sieht Adelmann noch Handlungsbedarf.

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