Schwieriges Luftreinhalten

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Klima. Schutz. Aktion. Offenbach

Offenbach (tk) - Geht es in Offenbach um Klimaschutz, marschiert jetzt ein Pinguin vorneweg. Mit einem Zollstock unterm Flügel, wenn es um Werte, auf Fahrrad oder Elektroroller, wenn es um Beweglichkeit geht.

Den Schwimmvogel haben sie im Amt für Umwelt, Energie und Mobilität als Symbolfigur für die „Klima. Schutz. Aktion. Offenbach“ gewählt. Klimaschutz am Main sichert ja letztlich auch Pinguins Lebensraum in der Antarktis.

Die Bestandteile der Aktion gehören zum Vorhabenkatalog, den das Amt 2012 abarbeiten will. Bürgermeisterin Birgit Simon als zuständige Dezernentin und Amtsleiterin Heike Hollerbach stellen mit Mitarbeiter Hartmut Luckner vor, was ansteht.

Einzelheiten des Offenbacher Luftreinhalteplans

Noch im Wünschenswerten verharren - vielleicht fehlt im Katalog deswegen der Pinguin - die Einzelheiten des Offenbacher Luftreinhalteplans. „Die Entscheidung über Maßnahmen obliegt dem Ministerium“, betont die Bürgermeisterin. Offenbach selbst ist momentan dabei, den Verkehr mit seinem neuen Verkehrsrechner besser zu steuern; für Fahrradfahrer soll es etliche Verbesserungen geben (Öffnung von Einbahnstraßen, mehr Abstellanlagen, Lückenschluss im Radwegnetz); öffentlicher Raum wie der Marktplatz soll zugunsten von Fuß- und Radverkehr umgestaltet werden. Ein Lkw-Fahrverbot etwa in der Mainstraße ist weiterhin nur angedacht.

Dass es momentan nicht mehr ist, lastet die Grüne Simon der Landesregierung an. Die lasse die Kommunen allein, blockiere etwa Umweltzonen, sage aber nicht, wie Luftreinhalte-Ziele anders erreicht werden sollten. Simon sieht einen misslingenden Spagat „zwischen Wirtschaftsfreundlichkeit und Schutz der Bevölkerung“

1,25 Tonnen CO2 wurden 2005 von den Offenbachern produziert

Bei anderen Projekten ist - Pinguin mit Metermaß - viel Messerei dabei. So wird ermittelt, wie sich der Ausstoß von Kohlendioxid in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat. 1,25 Tonnen CO2 wurden 2005 von den Offenbachern produziert, 2010 sollten es laut „Absenkpfad“ zehn Prozent weniger, also nur noch 1,13 gewesen sein. Daten werden noch gesichtet. Eine „Stadtklimauntersuchung“ wird die Ergebnisse von Messungen an drei repräsentativen Standorten mit denen von Messfahrten des Wetterdienstes im Hochsommer vereinen. Ziel ist, Veränderungen in städtischen Wärmeinseln zu ermitteln.

Wenn der Pinguin radelt, sind Schüler und Eltern angesprochen. Ein „Mobilitätsmanagement“ erwartet die Kinder der Ernst-Reuter-Schule in Rumpenheim und der Goetheschule im Nordend. Ihnen will das Amt näher bringen, wie sie sicher in den Kindergarten und die Grundschule kommen, ohne dass sie die Mama im Auto dorthin transportiert. Ergänzend ist das „Erlernen nachhaltiger Mobilitätsweisen – Radfahren, zu Fuß gehen, Bus- und Bahnfahren“.

Kostenlose Energieberatung für Privatleute

Der Pinguin klopft 2012 auch bei Hausbesitzern an. Seit längerem bietet das Umweltamt schon ganzjährig kostenlose Energieberatung für Privatleute an. Neu dazu kommen - gegen Gebühr - die Fachberatung bei Bauplanung und Gebäudesanierung sowie - kostenlos - die Energieberatung von etwa 20 Firmen im Jahr.

In Lauterborn und in der Carl-Ulrich-Siedlung setzen die städtischen Berater die Haus-zu-Haus-Initiative fort. Eigentümer sollen, auch mit Thermografie, vom Sinn der energetischen Sanierung überzeugt werden.

Kuhmühlgraben soll renaturiert werden

Ebenfalls ohne Pinguin kommen zwei konkrete Projekte daher, die Veränderungen der Landschaft mit sich bringen. Der Kuhmühlgraben soll, für Flora, Fauna und Hochwasserschutz, renaturiert werden. Das beinhaltet Verlegung des künftig mäandernden, also sich schlängelnden Bachlaufs um bis zu 24 Meter. Außerdem verspricht man sich eine größere Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt.

Gebaggert wird auch an der südlichen Bieber, die nördliche ist bereits renaturiert. Auch im Gelände etwa zwischen Bremer Straße und Autobahn soll’s mäandrieren, es gibt Aufweitungen, Buchten und, Buhnen genannte, kleine Dämme. Beton, wo noch vorhanden, soll verschwinden.

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