Schwimmbad gut bedacht

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Letzte Arbeiten am Zelt über dem 25-Meter-Becken: Von Montag an kann dort geschwommen werden.

Offenbach ‐ Von wegen Oktoberfest-Zelt: Als die Verantwortlichen des Ersten Offenbacher Schwimmclubs im Sommer wegen der demnächst anstehenden Sanierung des großen Beckens über eine Interimslösung nachdachten, wussten sie nicht, welchen schmucken Bau sie da am Ende an Land ziehen würden. Von Matthias Dahmer

Seit gestern steht er, besser: steht es. Ein 30 x 35 Meter großes und in der Mitte etwa acht Meter hohes, stabiles Zelt über dem 25-Meter-Becken. Es sichert bis zu seinem Abbau im April den Trainings- und Badebetrieb auf der Rosenhöhe.

Während die Mitarbeiter der Fachfirma die letzten der weißen Wandmodule aufstellen und mit dem Aufhängen der Deckenbeleuchtung beginnen, sind die technischen Leiter des Bades, Mijo Vodopija und Gerd Göhler, sichtlich zufrieden mit dem, was da entsteht. Vor allem, weil das Ganze größer ist als zunächst angenommen, an den Seiten mehr Platz ist als in der sonst aufgebauten Traglufthalle. Und bis zum Montag, sagen die beiden, wird alles fertig sein, ist das kleine Becken fit für den Winter.

Heute ist der letzte Tag der verlängerten Freiluftsaison. Am Samstag und Sonntag ist das Bad dicht, stehen noch Reinigungsarbeiten an, wird das angenehm temperierte Wasser des großen Pools in den kleinen gepumpt.

Eine Lösung haben die EOSCler auch fürs Umkleiden gefunden: Statt der zunächst angepeilten Container unmittelbar neben dem Zelt, ist die Röhre, die sonst immer den Umkleidetrakt mit der Traglufthalle verbindet, einfach am großen Becken vorbei verlängert worden.

Das Schwimmbad auf der Rosenhöhe ist in den Wintermonaten montags bis freitags von 7.30 bis 19.30 Uhr geöffnet. Samstags geht es von 8.30 bis 16.45 Uhr, sonntags von 8.30 bis 12 Uhr. Außer in den Ferien und an Feiertagen ist dienstags und donnerstags für Frühschwimmer schon ab 6 Uhr offen. Bei Wettkämpfen ist der Badebetrieb eingeschränkt.

Unklar ist noch, wie der Neubau beheizt wird. Im Gespräch sind entweder mehrere mit Diesel betriebene Generatoren oder der Anschluss an die ohnehin bestehende Fernwärme-Leitung. Letztlich wird das eine Frage der Kosten sein, wie EOSC-Schatzmeister Thorsten Bauer meint. Unter dem Vorbehalt, dass es nicht mehr kostet als der Betrieb der Traglufthalle, könnte sich der Hüter der Vereinsfinanzen sogar eine erweiterte Zeltlösung für künftige Winter vorstellen. Konkret: Die seit gestern stehende Konstruktion wird verlängert und auch über das große Becken gestülpt. „Dann könnten wir als Verein im Winter den Badegästen einfach mehr bieten“, so Schatzmeister Bauer.

Die Sanierung des großen Beckens, das mit einer Stahlwanne ausgekleidet werden soll, wird laut Bauer vermutlich Ende des Jahres in Angriff genommen. Aus dem Konjunkturförderprogramm II des Landes erhält der EOSC dafür 1,2 Millionen Euro. Weitere 50000 Euro steuert die Stadt in Form eines Darlehens bei, über das die Stadtverordnetenversammlung am nächsten Donnerstag abstimmen wird.

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