Schwimmbad könnte wieder öffnen

Wer gibt den Startschuss?

+
Geht es nach dem Betreiber EOSC, könnte das einzige Offenbacher Schwimmbad auch im Winter wieder für die Öffentlichkeit aufgemacht werden.

Offenbach - Wegen der Kosten ist das Schwimmbad im Winter für die Öffentlichkeit zu. Weil er gespart hat, könnte der Badbetreiber EOSC nun wieder aufmachen. Der Verein wartet nur auf das Signal aus der Politik. Von Matthias Dahmer 

Lesen Sie hier mehr dazu:

EOSC schließt Teile des Schwimmbads

Noch schneller starten

Schwimmbad beginnt Sommersaison

Offenbach: Stadt der Nichtschwimmer?

Waldschwimmbad wird im Winter zu Vereinsbad

Jetzt weite Wege zum Schwimmen

Als der Beschluss im Januar vergangenen Jahres aufgrund der Finanzlage gefasst wurde, gab es nicht wenige, die darin eine Bankrotterklärung in Sachen öffentlicher Infrastruktur sahen: Offenbach musste sein einziges Schwimmbad über die Wintermonate für die Öffentlichkeit schließen. Geht es nach dem EOSC, der das Bad auf der Rosenhöhe für die Stadt betreibt, könnte das Rad zurück in Richtung Ganzjahresbetrieb gedreht werden: „Wir sind bereit und warten nur auf das Signal aus der Politik“, sagt EOSC-Vorsitzender Matthias Wörner. Was ihn zu diesem Vorstoß bewegt, sind die Zahlen. Aufgrund personeller Umstrukturierungen wäre es dem EOSC möglich, mit dem jährlichen städtischen Zuschuss von 493.000 Euro auch den öffentlichen Winterbetrieb ordnungsgemäß, also mit den haftungsrechtlich erforderlichen Fachkräften, zu stemmen.

Weil das seinerzeit finanziell nicht zu leisten war, kam es zu dem Beschluss, auf der Rosenhöhe im Winter nur noch Vereins- und Schulschwimmen zuzulassen. „Wir könnten nun, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen, wieder einen Mehrwert für die Bürger bieten. Das würde der Stadt, in der an allen Stellen Leistungen gekürzt werden, sicher gut tun“, wirbt der Vorsitzende des auf zirka 2700 Mitglieder angewachsenen und damit größten Sportvereins in der Stadt. Ohne den Segen der Politik möchte Wörner indes nicht handeln. Schließlich wolle sich der Verein an die bestehende Vereinbarung halten. Ein Hinderungsgrund dürfte diese nicht sein. Vorgesehen war nämlich, dass der im Januar 2013 festgeklopfte Vertrag nach zwei Jahren auf den Prüfstand sollte. Die Zustimmung des Sportdezernenten ist dem EOSC-Vorhaben schon mal sicher. „Wenn die Zahlen stimmen, sollte das Bad so bald wie möglich wieder für die Öffentlichkeit aufgemacht werden“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider. Was eine Änderung des Vertrags angehe, denke er pragmatisch. „Wenn notwendig, passen wir ihn nachträglich an“, so Schneider.

Einen positiven Effekt hätte die Wiedereröfffnung im Winter auch auf die Einnahmen. Um die 10.000 Euro, sagt Wörner, seien durch das Eintrittsgeld von Nichtmitgliedern regelmäßig eingenommen worden. Etwa ein Drittel weniger als in den Vorjahren hat der verregnete Sommer in die Kassen gespült. „Eigentlich kommen wir mit ungefähr 150.000 Euro aus den Eintrittsgeldern der Freibadsaison über die Runden. In diesem Jahr waren es nur etwa 100.000 Euro“, bilanziert der EOSC-Boss. Die fehlenden 50.000 Euro gleicht die Stadt aus. Es ist die zum Betrieb des Schwimmbads vertraglich vereinbarte und vom festen Zuschuss unabhängige Verlustabdeckung. In guten Sommern geht diese für die Stadt gen null.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare