Schwimmbad auf der Rosenhöhe

Vom EOSC noch über Wasser gehalten

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Das kleine Becken des Schwimmbads auf der Rosenhöhe muss wegen kaputter Fliesen dringend saniert werden. Noch ist die Finanzierung unklar.

Offenbach - In diesen Zeiten der Stadt einen zusätzlichen finanziellen Beitrag abzuverhandeln, ist ein mühsames Unterfangen. Matthias Wörner ist sich dessen bewusst. Von Matthias Dahmer

Doch der grundsätzlich auf Konsens bedachte Vorsitzende des Ersten Offenbacher Schwimmclubs (EOSC) weiß auch: Der mit mehr als 2300 Mitgliedern größte Verein Offenbachs hat mit dem Betrieb des einzigen Schwimmbads der Stadt eine öffentliche Aufgabe übernommen, die er nicht allein schultern kann. Das erkennt man auch im Rathaus an, von wo aus ein – freilich seit Jahrzehnten unveränderter – jährlicher Zuschuss von 440.000 Euro an den EOSC überwiesen wird. Allein die Energiekosten machten zuletzt 370.000 Euro im Jahr aus. Es ist kein Geheimnis: Würde die Kommune das Schwimmbad allein betreiben, wäre locker die doppelte Summe fällig.

Wörner, als einstiger Bundesliga-Wasserballer, der mittlerweile in der Triathlon-Abteilung aktiv ist, bestens mit dem Verein und seinen Strukturen vertraut, verhandelt seit Monaten schon mit der Stadt über ein neues Konzept für den Betrieb auf der Rosenhöhe. Dass sich was ändern muss, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Allein die dem Verein auferlegte Haftung, ein lange verdrängtes Problem, machte die Einstellung einer über die nötigen Qualifikationen verfügenden Badleitung erforderlich. Rund 100.000 Euro zusätzliche jährliche Kosten entstehen dadurch; bislang trägt sie der EOSC. Hinzu kommen mit Sicherheit wieder auftretende personelle Engpässe im Hochsommer, wenn Tausende nicht immer friedlich gestimmte Besucher Abkühlung auf der Rosenhöhe suchen sowie – ganz aktuell – ein marodes kleines Becken, in dem die Fliesen abfallen und das dringend saniert werden muss.

Stadt beteuert: Kosten werden übrnommen

Im Rathaus bekennt man sich vom Amtsleiter bis hin zur Spitze zum einzig verbliebenen Schwimmbad: Der EOSC könne trotz der angespannten Haushaltslage davon ausgehen, dass die Zuschüsse nicht zur Disposition stünden und anfallende Kosten übernommen würden, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung. Und Sportamts-Chef Jürgen Weil versichert: „Für uns ist das Bad schon fürs Schulschwimmen wichtig.“

Was die einzelnen Kostenblöcke angeht, kann er indes noch nichts versprechen. Bis 10. Januar müssen die Amtsleiter ihr Budget auf Einsparungen durchforsten, das Stadtparlament stimmt Anfang Februar darüber ab, wo tatsächlich der Rotstift angesetzt wird. Erst danach, so Weil, könne konkret verhandelt werden.

Was die Kosten für die neue Badleitung angeht, lässt er immerhin verlauten: „Für uns ist es unkritisch, dass diese Kosten notwendig sind.“ Auch bei der Sanierung des kleinen Beckens, das nicht für den sommerlichen Betrieb, sondern auch mit Blick auf die Hessischen Meisterschaften im Mai fit gemacht werden muss, ist Weil optimistisch, eine Lösung zu finden. EOSC-Vorsitzender Wörner rechnet vor: Eine nachhaltige Sanierung kostet etwa 130.000 Euro. Die Alternative wäre: „Wir retten uns mit einer Notlösung über den Sommer und verblasen dabei wieder unnötig viel Geld.“

Mehrere Konzepte des EOSC

Langfristig geht‘s neben den einzelnen Positionen um eine Neuordnung der Finanzierung. Matthias Wörner hat dazu der Stadtverwaltung mehrere Konzepte vorgelegt. Das realistischste Szenario: Am Grundsätzlichen wird – abgesehen vom eventuell neu zu verhandelnden Zuschuss – nicht gerüttelt, es geht um kostenmindernde Feinabstimmungen. Dazu gehören unter anderem verkürzte Öffnungszeiten, wobei der Verein gewünschte Verlängerungen, zum Beispiel das morgendliche Öffnen um 6 statt um 8 Uhr, zu tragen hätte. Im Gespräch sind zudem eine Erhöhung des Eintrittsgelds und der Bahnmiete durch andere Vereine, worüber die Stadtverordneten abzustimmen hätten.

Sache der EOSC-Mitglieder ist die Frage, ob sie bereit sind, Opfer zu bringen in Form einer Erhöhung des Vereinsbeitrags sowie des jährlichen Betrags, den der Verein pro Mitglied an die Stadt zu leisten hat. Weitere Gedankenspiele, welche weder der EOSC-Vorsitzende noch vermutlich die Stadt weiter vertiefen möchten, gehen ans Eingemachte: Im Sommer ein öffentliches Schwimmbad, im Winter ein Schul- und Vereinsbad oder gar ganzjährig nur noch ein Bad für Schulen und Verein auf der Rosenhöhe.

EOSC: Schwimmer erfolgreich

Die Gastgeber vom EOSC Offenbach zeigten bei ihrem eigenen Wintermeeting im Waldschwimmbad starke Leistungen. Unter anderem entschieden die Offenbacher fünf der sechs Staffelwettbewerbe für sich.

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