Autohaus eröffnet an Sprendlinger Landstraße

Großer Leerstand füllt sich

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Der Vorbesitzer hat sich eine namentliche Erwähnung verbeten: Unsere Fotomontage verlagert schonmal die Auto-Emotion von der Sprendlinger Landstraße 263 an die Hausnummer 166. Das bisherige Areal soll nach dem Umzug verkauft werden.

Offenbach - In einem halben Jahr will Donato Cisternino den Umbau seiner Neuerwerbung beendet haben und Eröffnung feiern: Dann hat Offenbach ein weiteres großes Mehr-Marken-Autohaus. Von Thomas Kirstein 

Und die zweijährige Leerstandsphase eines weiten Gewerbeareals an der Sprendlinger Landstraße ist beendet.  Es ist eng geworden, wo Donato Cisternino und sein Sohn Agostino seit 15 Jahren ihre Autos der VW-Tochtermarke Seat verkaufen. Die Zeiten, in denen sie mit 2500 Quadratmeter an der Sprendlinger Landstraße 236 auskommen müssen, sollen bald vorbei sein. Nachdem sich ein Engagement auf gegenüber liegendem Fredenhagen-Areal zerschlagen hat, haben sie 70 Hausnummern weiter nördlich, an der 166, ein 19.400 Quadratmeter großes Gewerbeareal samt Gebäudebestand erworben. Das hatte vor zwei Jahren die Europazentrale eines japanischen Autobauers verlassen.

Fernöstlich wird’s dort erneut: Cisternino erweitert sein bislang spanisches Angebot um die japanische Marke Nissan. Die ist bislang nicht in Offenbach vertreten und in Frankfurt nur bei kleineren Läden. Einige neue Arbeitsplätze bringt das auch: Das Personal soll zunächst von zwölf auf 20, später bei Erfolg auf noch mehr aufgestockt werden.

Seniorchef Donato, Jahrgang 1953, in Frankfurt wohnend, aber stark in Gremien der Offenbacher Kickers engagiert, verspricht sich viel vom doppelten Angebot, zu dem sich auch ein Mehr-Marken-Gebrauchtwagenzentrum gesellen soll. Zur Zeit liegt Auto-Emotions Marktanteil bei den in Offenbach verkauften Neuwagen bei 3,7 Prozent. Das soll sich steigern, 200 Nissans will er im ersten Jahr unter die Leute bringen, im fünften bis 400. Bei der Stadt ist man froh über das Ende des Leerstands. „Wir haben extra einen Bebauungsplan aufgestellt, um geordnete gewerbliche Nutzung zu ermöglichen“, sagt Wirtschaftsförderer Jürgen Amberger. Ein weiteres Autohaus passe da genau rein.

Von der Gesamtfläche der Neuerwerbung zwischen Sprendlinger, Merian- und Schumannstraße wird Cisternino 11.000 Quadratmeter selbst nutzen. Der Rest soll an kleinere, mit Mobilität befasste Geschäfte vermietet werden; Motorrad-, Fahrrad- und Zubehörhandel sind denkbar, Interesse zeigen bereits ein Kfz-Gutachter und ein Caterer. Zu vermieten sind auch zwei der drei Stockwerke des markanten Hauptgebäudes.

Der Bau wird sich optisch deutlich verändert. Geplant ist ein 21 Meter breiter Glasvorbau, der, getrennt, Modelle der beiden Marken präsentiert – in einer „Seat-Welt“ und einer „Nissan-Welt“. „Unsere Kunden, die zu Probefahrten jetzt teils noch rückwärts vom Gelände rangieren müssen, finden bessere Parkmöglichkeiten, wir haben Platz für Gebrauchtwagen“, freut sich Donato Cisterino. Auch in punkto Autoservice unter modernen Anforderungen ist mehr drin: Eine lange „Technikstraße“ erlaubt der Werkstatt zum Beispiel Achsvermessung, Einstellung von LED-Scheinwerfern, Rückfahr- und Frontkameras.

Im Jahr 2000 ist Donato Cisternino der exklusive Offenbacher Seat-Partner geworden. Die bisherigen Vertretungen waren pleite gegangen, bei einer hat Sohn Agostino, heute 32, seine Kaufmannslehre absolviert. Er brachte den Papa erst ins Autogeschäft: Donato, mit 13 Jahren aus Apulien nach Klein-Welzheim gekommen, war zuvor nach Lehre und Arbeit als Werkzeugmacher in der Gastronomie tätig. Zunächst als Geschäftsführer in verschiedenen Betrieben, dann selbständig mit einem Lokal in Sachsenhausen, dann mit der Disco an der Mühlheimer Mainfähre. „Das hat mir viele Kontakte und jetzt treue Kunden gebracht“, verrät er, „und durch die Gastronomie weiß ich genau, was will der Mensch.“ Nach einem Jahr zäher Verhandlungen mit den Vorbesitzern ist Donato Cisternino durch die Investition guter Kunde der Sparkasse geworden. Die bevorstehende Verlagerung und Erweiterung geht er rundum optimistisch an. „Mit 62 wagt ja nicht jeder so was Neues“, sagt er, „aber Stillstand ist bald Rückstand.“

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