Secco-Test im Weinstock

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Verkostung des neuen Seccos bei Gibberts Weinfest auf dem Wingert Rumpenheim mitten in den Reben und nach kleiner Führung von Claudia und Wolfgang Gibbert.

Rumpenheim - (vs) „Im Wein liegt die Wahrheit“, sagt ein alter, weiser Spruch. Viele, auch überraschende Wahrheiten über Wein erfuhr man auf dem Wingert der Familie Gibbert hinter dem Rumpenheimer Friedhof. Das beliebte Weinfest wurde gefeiert, und viele Gäste fanden den Weg zu den 99 Weinstöcken der Gibberts.

Sie ließen sich edle Tropfen schmecken und Gegrilltes sowie Handkäs´ mit Musik.

Seit dem Jahr 1214 steht der Familienname Gibbert mit Weinanbau in Verbindung, eine Jahrhunderte währende Tradition, die ihresgleichen sucht. In Zell an der Mosel befindet sich der eigentliche Weinbaubetrieb der Familie, obwohl sie in Rumpenheim beheimatet ist.

Seit elf Jahren bauen sie nun auch am Main Weintrauben an. Das war eigentlich ein Zufall, denn Wolfgang Gibbert wollte hier ursprünglich ein normales Gartengrundstück kaufen. „Erst beim Notar sah ich, dass die Adresse ‚An den Weingärten’ heißt“, erinnert er sich. Dies fand er so interessant, dass er Nachforschungen anstellte, unter anderem im Stadtarchiv. Dabei fand er heraus, dass Rumpenheim als Weinanbaugebiet schon seit dem Jahr 770 urkundlich belegt ist.

Vom Klima her ist Rumpenheim für Weinanbau fantastisch“, schwärmt Gibbert. „Es ist durch den Mainbogen in einer klimatisch hervorragenden Lage, es ist trocken und meist auch sonnig.“ Das belegen auch zahlreiche Chroniken, die Gibbert bei seinen Nachforschungen gelesen hat. „So stand der Entschluss schnell fest, dass ich hier Weinstöcke setzen werde“, sagt der Winzer.

Auf seinem Weinfeld reift die Sorte „Rivaner trocken“. Die weiße Rebsorte gedeiht auf dem Grundstück prächtig, selbst nach diesem harten Winter stehen die Weinstöcke in voller Frucht. „Ich bin selbst verwundert, dass ich keinen einzigen Stock verloren habe“, gesteht Gibbert. Die Weinfest-Besucher jedenfalls ließen sich den „Rumpenheimer“ gut schmecken, insbesondere aber auch Seccos wurden reichlich ausgeschenkt. Die Familie Gibbert spezialisierte sich schon vor über 30 Jahren auf Sekt und Perlwein: „Doch erst seit Perlwein Prosecco genannt wird, verkauft er sich so richtig gut“, verrät Gibbert.

Das Weinfest findet nur alle zwei Jahre statt. „Die Leute fragen mich immer, wann wieder Weinfest sein wird“, freut sich Gibbert. Das Angebot, sich „einfach mal um die Ecke“, ohne lange Anfahrt, gemütlich hinzusetzen und Wein zu genießen, wird gerne angenommen. So war auch diesmal die Stimmung entspannt und fröhlich. Der Wettergott hatte sich mit Weingott Dionysos anscheinend gut gestellt.

Für den vollen Magen zum Weingenuss sorgte die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim, die den Grill mit saftigen Steaks und leckeren Würsten belegte. „Wir bieten nur antialkoholische Getränke an, schließlich wollen wir dem Wolfgang keine Konkurrenz machen“, lacht Wehrführer Gerd Lang. Der Erlös kommt der Kasse der Jugendfeuerwehr zugute.

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