Wetterdienst: Sechzig Jahre alt und wichtiger denn je

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Verkehrsminister Peter Ramsauer im Gespräch mit Anja Georgi vom NiO sowie Bürgermeister Peter (links) und Oberbürgermeister Horst Schneider vor dem Deutschen Wetterdienst.

Offenbach - Einen Blick darauf hätten wohl einige der Anwesenden gerne geworfen, aber dieses Geschenk blieb Verkehrsminister Peter Ramsauer allein vorbehalten. Von Fabian El Cheikh

Er kam gestern Mittag persönlich in seiner Berliner Ministeriallimousine beim Deutschen Wetterdienst (DWD) an der Frankfurter Straße vorgefahren, um als oberster Dienstherr dieser Bundesbehörde den 60. Geburtstag des Deutschen Wetterdienstes mit zu feiern.

Als Dankeschön erhielt Ramsauer vom DWD-Präsidenten, Professor Gerhard Adrian, das Faksimile der ersten Nachkriegswetterkarte aus der damaligen US-Zone vom 11.11.1952 überreicht – jenem Tag, an dem der neugegründete Bundestag das Gesetz des Deutschen Wetterdienstes verabschiedete und damit einen der weltweit erfolgreichsten und effizientesten staatlichen Wetterdienste ins Leben rief.

Das war vor 60 Jahren, seither hat sich der DWD beständig im Zuge des technischen Fortschritts weiterentwickelt. Heute sammelt er mit Hilfe von 2 400 hauptamtlichen und 1 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern und einem immer dichteren, satelliten- und radargestützten Netz an Messstationen im 24-Stunden-Betrieb 365 Tage im Jahr Wetter- und Klimadaten, um Kommunen, Behörden, Landwirte, Fluggesellschaften, Schifffahrt, aber auch jeden Bundesbürger über das Geschehen in der Atmosphäre und dessen Folgen auf dem Laufenden zu halten.

Dabei ist der DWD nicht nur für Wetter- und Unwettervorhersagen zuständig und damit für die Sicherstellung einer Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und Lebensmitteln unverzichtbar, sondern steht – wie Ramsauer betonte – in der Kette aller Beteiligten bei der Energiewende an erster Stelle. „In meinem Ministerium wird ein guter Teil der Energiewende vollzogen, weil 70 Prozent der Primärenergie durch Verkehr und Gebäude verbraucht wird“, erläuterte der CSU-Minister, „und der Erfolg eines guten Lastenmanagements der Energienetze beginnt in Offenbach.“

Für die Erzeugung und zielgerichtete Einspeisung erneuerbare Energien in das Stromnetz seien exakte Wettervorhersagen unabdingbar, fuhr Ramsauer fort. „Und ich setze mich dafür ein, dass der Deutsche Wetterdienst die personellen und technologischen Anforderungen für diesen Auftrag hinreichend erfüllen kann.“

In Anwesenheit von OB Horst Schneider und Bürgermeister Peter Schneider, den Bundestagsabgeordneten Uta Zapf und Peter Wichtel, Birgit Simon vom Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main sowie vieler weiterer Ehrengäste auch aus Wiesbaden, ließ sich der seltene Gast aus Berlin, respektive Oberbayern, passend zum Thema bei einem Elektrofahrzeug der Gesellschaft NiO (Nahverkehr in Offenbach) ablichten. Dr. Paul Becker, Vizepräsident und Leiter des Geschäftsbereichs Klima und Umwelt des DWD, referierte zudem über Chancen und Risiken des Klimawandels für die Energieversorgung.

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