„See Us There“ in Suppenschüssel

Vom Charme der Schüssel

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Entspannt in der Suppenschüssel: Zum diesjährigen Auftakt von „See Us There“ kamen am Samstag rund 2 000 Besucher in den Leonhard-Eißnert-Park.

Offenbach - Freiluftkonzert mit elektronischer Musik im Eißnert-Park hat sich vom Geheimtipp zu einem festen Angebot gewandelt. Unvermeidlich: Die Polizei kontrolliert das Partyvolk auf Drogenbesitz. Von Khang Nguyen 

Vor drei Wochen hatte ihnen der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Umso mehr freuten sich nun am vergangenen Wochenende rund 2000 Besucher über die Eröffnung der „See Us There“-Saison. Katy Burgess wippt mit ihrem Fuß zum Takt des dröhnenden Basses. Es ist Samstagmittag, als die Sonne einen Vorgeschmack auf den kommenden Sommer gibt. Die Austauschstudentin genießt den Moment, den sie gemeinsam mit ihren Freunden im Leonhard-Eißnert-Park teilt. Einige ihrer Freundinnen tanzen bereits zur elektronischen Musik von DJ Markus Fix. „Eigentlich kenne ich solche Festivals nur aus Berlin“, sagt Burgess, die bei ihrem ersten Besuch sichtlich vom Charme der Offenbacher Suppenschüssel angetan ist.

Auch die anderen Gäste haben großen Spaß bei der Eröffnungsfeier von „See Us There“. In kleinen Grüppchen sitzt das meist junge Publikum beieinander. Doch auch Junggebliebene und Familien machen es sich in der Schüssel bequem. Wer sich lieber bewegen möchte, läuft weiter Richtung DJ und tanzt zur elektronischen Musik. Doch nur die wenigsten wissen, wer da überhaupt am Mischpult steht: Welche DJs am Tag auftreten werden, bleibt stets geheim.

Eröffnung von „See Us There“

„Wir wollten, dass die Leute nicht wegen irgendwelchen DJs kommen, sondern unsere Party mögen“, erklärt Clarissa Lach, die mit Manuel Leher und Carsten Schuchmann die Veranstaltung organisiert. Seit 2010 finden in den Sommermonaten regelmäßig Partys statt, die Termine werden immer kurzfristig bekannt gegeben. Die Freiluftveranstaltung machte sich vor allem deshalb einen Namen, weil das sogenannte Line-Up, also die Auftritte der spielenden DJs, nicht verraten wurde. „Auch in Werbung wird nicht investiert. Wir haben eine Facebook-Fanseite, mehr nicht,“ sagt Organisatorin Lach. Bislang war der Eintritt immer kostenlos. Nun haben die Betreiber zum fünfjährigen Bestehen eine Gebühr von fünf Euro erhoben. „Wir mussten zwangsweise diesen Schritt machen, um uns vor unerwarteten Problemen abzusichern“, erklärt Manuel Leher. Damit meint er etwa den letzten Termin, welcher aufgrund schlechten Wetters verschoben werden musste. Bis zur endgültigen Absage hatten die drei das Festivalgelände bereits komplett aufgebaut, die Kosten blieben letztendlich an ihnen hängen.

Die drei Offenbacher wollen mit „See Us There“ auch etwas zum kulturellen Angebot der Stadt beitragen, wolen vermeiden, dass junge Leute wegen des Fehlens solcher Veranstaltungen Offenbach den Rücken kehren. „Solche Open-Airs kannte man mit wenigen Ausnahmen bis dahin nur aus Berlin oder Köln“, berichtet Clarissa Lach. Mittlerweile ist es auf der Wiesenfläche im Park enger geworden. Zwangsläufig tritt man mit anderen Menschen in Kontakt. Es wird geredet und gelacht, die Sonne brennt, immer mehr Haut wird gezeigt.

Bilder aus dem vergangenen Jahr

See us there! eröffnet Festival-Saison

Einige Besucher beklagen, sie seien auf ihrem Weg zum Eißnert-Park von Zivilpolizisten unverhältnismäßig streng auf Drogenbesitz und -konsum kontrolliert wurden. „Meine Tasche, ja selbst mein Portmonee wurde genauestens gefilzt“, beschreibt eine Frau die Prozedur. Die Veranstalter versuchen indes, das Partyvolk auf die Kontrollen aufmerksam zu machen: „Kommt clean und am besten soweit es geht mit den Öffentlichen!“

Katy Burgess hat sich derweil ein weiteres Mix-Bier gegönnt. Sie will es heute nicht übertreiben: „Ich will meine Zeit in Deutschland gut in Erinnerung behalten.“

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