Segen für Stadion und Etat

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Hier steht’s drin - zwölf von 20 Millionen dürfen für den Stadionneubau verwendet werden. Minister Volker Bouffier (rechts) überreichte den Bewilligungsbescheid an Oberbürgermeister Horst Schneider.

Offenbach - (tk) Mit so viel Geld hatten wohl nur die wenigsten gerechnet: Hessens Innen- und Sportminister Volker Bouffier (CDU) brachte Oberbürgermeister Horst Schneider gestern Nachmittag nicht bloß den erwarteten Zuschuss fürs neue Stadion mit ins Rathaus, sondern eine außerordentliche Zuwendung von 20 Millionen Euro. +++Fotostrecke+++

Das bedeutet eine Entlastung des Stadtetats um acht Millionen. Denn zwölf Millionen der Gesamtsumme können in den bislang auf 25 Millionen Euro veranschlagten Neubau auf dem Bieberer Berg fließen. Der darf dadurch auch eine Million teurer werden: Damit sollen auf Anregung der Polizei Auf- und Abfahrt der B 448 zusammengelegt werden.

Vor einer großen Kulisse aus Politikern, Vertretern der Kickers und zahlreichen Bürgern betonte Minister Bouffier ein landespolitisches Novum: Extra für Offenbach wurde die Regel gelockert, dass Mittel des so genannten Landesausgleichsstocks nur für das Stopfen von Haushaltslöchern zu verwenden und nicht zu investieren sind.

OFC-Ehrenpräsident Waldemar Klein ließ sich die Sternstunde nicht entgehen, Kickers-Vize Thomas Kalt (links) und Polizeipräsident Heinricht Bernhardt assistieren.

Für den Neubau in Offenbach sei die Änderung zu rechtfertigen, sagte Bouffier, da es sich um eine Maßnahme mit prägendem Charakter handele. Nicht nur die Heimstatt eines Traditionsvereins, die ganze Stadt werde zukunftsfähig gemacht; der Bieberer Berg sei ein Stück der Identität Offenbachs. OB Schneider wertete den hohen Zuschuss auch als Belohnung für städtische Sanierungsbemühungen. In den vergangenen Monaten seien seine Kontakte zur Landesregierung besonders intensiv gewesen. Nun habe man in Wiesbaden die gute Vorarbeit honoriert. Stadt und Stadtwerke unterstützen den Stadionbau mit zehn Millionen; die neue Sport- und Freizeit- Stadtfirma hat gemeinsam mit den Kickers das zugrunde liegende Konzept entwickelt. Ein solches hatte das Land zur Bedingung gemacht.

Gefordert war aber auch die Demonstration Offenbacher Ge- und Entschlossenheit. Das gelang überzeugend, wie Minister Bouffier anmerkte. OB Schneider bedankte sich bei vielen Beteiligten. Einmal bei der Lobby Offenbachs in Wiesbaden - CDU-Staatsminister Stefan Grüttner, Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir und SPD-Abgeordnete Heike Habermann seien für die Kickers mit einer Stimme aufgetreten. Zum anderen bei den maßgeblichen OFC-Leuten für Unterstützung in Offenbach und in Wiesbaden - namentlich beim Ehrenpräsidenten Waldemar Klein und dem Präsidium um Dieter Müller und Thomas Kalt, allesamt dabei, als der Bescheid überreicht wurde. Die Anwesenheit des Sportkreisvorsitzenden Peter Dinkel wertete der OB als Indiz, dass sich Profi- und Breitensport über der Stadionfrage nicht hätten auseinander dividieren lassen.

Landeszuschuss für Stadionneubau

Landeszuschuss für Stadionneubau

Der große alte Mann des Bieberer Bergs dankte Politik und seinen „jungen Männern im Präsidium“, dass sich der Wunsch nach einem neuen Stadion bald erfülle. Waldemar Klein, 89 und gesundheitlich angeschlagen, hatte es sich nicht nehmen lassen, die denkwürdige Stunde mitzuerleben. Er wurde mit Applaus und Ankündigung einer weiteren Sternstunde für ihn begrüßt. „Ich hab’s dir ja versprochen“, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider, „wir beide weihen das neue Stadion gemeinsam ein.“

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