Mit Segways über Stock und Stein

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Sie hatten ihren Spaß bei der Segway-Fahrt zur Käsmühl', unsere Abo-Plus-Gewinner mit Tourführer Maik Hammerschick.

Offenbach - Den acht Ausflüglern, von denen sich ein jeder auf nur einer Achse und zwei Rädern stehend am Sonntag anschickte, von Waldhof zur Käsmühl’ zu rollern, galt die ganze Aufmerksamkeit der Passanten. Von Thomas Meier

Und einer vielköpfigen Motorradgruppe, die mit schweren Harleys und BMWs am Ausflugsziel vorfuhr, stahlen die Segway-Fahrer glatt die Show.

Alle Blicke ruhten auf den fünf Gewinnern unserer jüngsten Abo-Plus-Aktion, die mit zwei Führern und einem Beobachter auf ihren „elektronischen Mobilitätshilfen“ unterwegs waren.

Bilder der Segway-Tour

Leser auf "rollendem Stehplatz" unterwegs

Doch zuvor hatte Maik Hammerschick in seinem Testcenter an der Heinrich-Krumm-Straße 20 die Einführung angesetzt, der sich unsere Gewinner Thomas Zeiger (56) aus Obertshausen, Heinz-Jürgen Grünert (62) aus Offenbach, Jürgen Quint (42) und Susanne Stibor (42) aus Rodgau sowie Michael Schmelz (51) aus Obertshausen unterziehen mussten.

Vor dem rund 40 Kilogramm schweren Selbstbalanceroller stehend, können einem schon Bedenken hinsichtlich der Stabilität kommen. Doch Maik Hammerschick und Mitarbeiter Stefan Kunze beruhigen: „Einfach nur drauf steigen wie auf ein Treppchen!“

Dumm nur, dass diese Treppenstufe zwei große Räder hat und ziemlich allein in der Halle steht. Es geht auch nicht nur um Aufstieg, sondern auch um Vortrieb. Zur Fahrt bereit steht ein Hightech-Roller mit Elektroantrieb, der sich selbst ausbalanciert und von vielen Beobachtern bereits zum urbanen Fortbewegungsmittel der Zukunft erklärt wurde.

Vor dem Ausflug war ein ausführliches Einführungstraining im Testcenter notwendig.

„Aufsteigen, gerade stehen und einfach der Technik vertrauen - dann geht's los“, motivieren die Könner. Doch Vorsicht ist trotzdem geboten: Die Balancierautomatik verleiht dem Segway zwar eine große Eigensicherheit, trotzdem kann man bei Unebenheiten oder Glätte mit dem Roller stolpern, ausrutschen oder umkippen wie mit jedem anderen Fahrzeug auch. Deshalb wird mit gedrosseltem Antrieb fleißig geübt. Und zwar nicht nur das Auf- und Absteigen, sondern auch das Überwinden von Stufen und Kantsteinen. Schließlich soll es auf Rad- und Fußwegen durch Waldhof in den Wald und über Stock und Stein zur Käsmühl’ gehen.

Bei Maik Hammerschick können Touren gebucht oder Segways ausgeliehen werden: Im Taunus und durch Frankfurt für 79 Euro, Offenbach 59 Euro. Eine dreistündige Entleihe ohne Führer kostet 79 Euro. Infos: 01714728659 und unter www.hammerschick.eu

Kaum hat man sich aufgerichtet, die Lenkstange in die Hand genommen und die Knie gelockert, steht man völlig stabil. So wie der Einradfahrer mit den Pedalen die Balance hält, tarieren die von einem Messgerät gesteuerten Elektromotoren den Segway aus. Doch ist der Roller nicht zum Stehen, sondern zum Fahren gemacht. Also folgt man weiter den Anweisungen Hammerschicks, beugt sich leicht vor und nimmt plötzlich Fahrt auf. Wird es zu schnell, lehnt man sich zurück und bremst den Roller auf diese Weise wieder ab. Gesteuert wird die Fahrt, die je nach elektronischem Zündschlüssel auf 8, 12 oder 20 km/h limitiert ist.

Nach einer halben Stunde geht’s endlich auf die Gass’. Und hier ernten alle bewundernde und staunende Blicke.

„Was für eine Krankheit muss man denn nachweisen, um so was verschrieben zu bekommen?“, fragt eine Frau mit Rollator am Straßenrand, doch bezuschusst noch keine Krankenkasse die zwischen 8000 und 9000 Euro teuren Siebenmeilenstiefel mit Computersteuerung. „Wie viele Kilometer schafft so ein Ding?“, will einer wissen (rund 35 Kilometer pro Batterieladung), und: „Was braucht man für einen Führerschein?“ (Mofa).

Die Umwelt nimmt wahrlich teil an der „kalorienfreien Wanderung“ zum Ausflugs-ziel. Unverständige Blicke ernten die Segwayfahrer nur von ein paar nassgeschwitzten Joggern oder Mountainbikern, die nicht schnell genug an der Truppe vorbeihasten können.

„Ich hab mit drei Telefonen probiert, die Fahrt über die Abo-Plus-Aktion zu gewinnen. Toll, dass das geklappt hat, es war wunderbar“, bekennt ein Gewinner. Alle sind voll des Lobes über die Tour nebst Verpflegung, die in der Käsmühl’ von der OP gesponsert wurde. Und alle kamen sie nach dreieinhalb Stunden Rollspaß wieder unbeschadet beim Segway-Testcenter von Maik Hammerschick an.

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