Sehr begehrte Kapazitäten

Bürgerbüro zieht an Kaiserstraße

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Mehr Platz, barriererfrei und zentraler in der Innenstadt gelegen. Das Bürgerbüro zieht im September vom Bernardbau an der Herrnstraße in die ehemalige Messehalle an der Kaiserstraße 39 im früheren Goldpfeil-Gebäude.

Offenbach - Der Umzug des Bürgerbüros vom Bernardbau aufs ehemalige Goldpfeil-Areal an der Kaiserstraße ist beschlossene Sache. Offen ist hingegen, was mit den von der Stadt angemieteten Räumen der ehemaligen Schnupftabakfabrik in der Herrnstraße geschieht. Von Matthias Dahmer 

Wahrscheinlich ist eine vorübergehende Nutzung als Grundschule. Im November 2014 ist das Bürgerbüro wegen der Rathaus-Sanierung in den Bernardbau umgezogen. Damals war noch an eine Rückkehr gedacht, doch jetzt wird vielmehr Platz benötigt, als ihn die ehemaligen Räume bieten könnten. Anfang September geht es nun in die Messehalle des K 39 (ehemaliges Goldpfeil-Gebäude an der Kaiserstraße 39). Das Bürgerbüro wird dann voraussichtlich eine halbe Woche lang seinen Service nicht anbieten können. „Am Montag drauf geht"s aber im neuen Domizil los“, sagt Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs.

Mit 2700 Quadratmetern verfügen die rund 60 Bürgerbüro-Mitarbeiter in den barrierefreien Messehallen über 900 Quadratmeter mehr als im Bernardbau, die Beratungsplätze können von 24 auf 32 aufgestockt werden und auch die zentrale Ausgabestelle wird größer. Der Mietvertrag für die neuen Räume, die zentraler als der Bernardbau liegen, beginnt am 1. September und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit zweimaliger Verlängerungsoption von fünf Jahren.

Insgesamt mietet die Stadt im K 39 mehr als 4400 Quadratmeter an. Außer dem Bürgerbüro sollen Ämter aus dem Stadthaus an die Kaiserstraße ziehen. Die im Stadthaus angemieteten Räume benötigt die gewachsene Bauverwaltung. Das K 39 wäre dann neben Rathaus und Stadthaus so etwas wie das dritte Standbein der Verwaltung. Laut Stadtverordnetenbeschluss vom vergangenen September belaufen sich Miete und Nebenkosten an der Kaiserstraße auf zusammen 736 000 Euro pro Jahr.

Während die Zukunft des Bürgerbüros bis auf die Stellen hinter dem Komma feststeht, ist die der frei werdenden und auf 25 Jahre angemieteten Räume im Industriedenkmal Bernardbau noch offen. Die bisherige Beschlusslage sieht eine kulturelle Nutzung vor. Angesichts der Tatsache, dass in dem 1896 als Schupftabakfabrik erbauten Komplex schon das Haus der Stadtgeschichte, Kinder- und Jugendbücherei sowie die Musikbücherei der Stadtbibliothek untergebracht sind, erscheinen weitere Kultureinrichtung dort sinnvoll. Hinzu kommt, dass es eine Vereinbarung mit dem Eigentümer, der Gebrüder Bernhard GmbH gibt, wonach dieser die Kosten eines Umbaus für kulturelle Zwecke übernimmt.

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Doch diesem angepeilten Ziel stehen aktuelle Erfordernisse entgegen. Die wachsende Stadt hat einen immensen Bedarf an Schulräumen, der zu einem großen Teil jetzt schon nur mittels Container-Lösungen gedeckt werden kann. Insbesondere die Grundschulen der Innenstadt ächzen unter akutem Platzmangel. Schul- und Baudezernent Paul-Gerhard Weiß kann sich deshalb vorstellen, Kapazitäten im Bernardbau vorübergehend für schulische Zwecke zu nutzen. „Mit einer Art Dependance von Wilhelm- und Eichendorffschule für zwei oder drei Jahre wäre uns geholfen“, sagt Weiß. Bis dahin wäre dann wohl auch der Standort für eine neue Innenstadt-Grundschule gefunden. Eine Option sei dabei das bald frei werdende Post-Gelände an der Marienstraße. „Langfristig stünde somit einer weiteren kulturellen Nutzung des Bernardbaus nichts im Wege“, so der Schuldezernent.

Er befindet sich damit im Einklang mit Oberbürgermeister und Liegenschaftsdezernent Felix Schwenke. Der verweist zwar auf den Beschluss zur kulturellen Nutzung und aufs Konzept eines Kulturkarrees an der Herrnstraße. Doch zur „Abfederung von Härten“ hält auch er eine Interimslösung für schulische Zwecke für möglich.

Für April, berichtet Paul- Gerhard Weiß, sei ein Gespräch mit dem Eigentümer des Bernardbaus geplant.

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