Gesetzlicher Betreuer bat um Einweisung

SEK-Einsätze: Rabiater Rentner ist psychisch krank

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Bereits im November 2016 war das SEK in der Schlesierstraße im Einsatz.

Offenbach - 18. Juli 2016, 25. November 2016 und 19. Oktober 2017– schon dreimal hat ein verwirrter und zu Gewalt neigender Rentner aus der Schlesierstraße für einen aufwendigen Polizeieinsatz gesorgt. Von Matthias Dahmer 

Jedes Mal wurde der mittlerweile 67-Jährige, der seine Drohungen nie wahr machte und sich immer widerstandslos festnehmen ließ, in die Psychiatrie eingewiesen und von dort nach einiger Zeit offenbar wieder entlassen.

Polizei und Klinik halten sich aus nachvollziehbaren Gründen mit Details zu dem Fall zurück, verweisen aufs grundsätzliche Vorgehen. Danach greifen bei solchen Einsätzen das seit dem 1. August dieses Jahres gültige Hessische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (§ 17) sowie das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (§ 32 IV). Aufgrund dieser Vorschriften können Betroffene bei Gefahr in Verzug von der Polizei sofort in ein psychiatrisches Krankenhaus zur vorläufigen Unterbringung geschafft werden, wo ein Arzt die Person unverzüglich zu untersuchen hat. Ein vorheriger gerichtlicher Beschluss ist nicht notwendig, allerdings ist nach der Einweisung schnellstmöglich eine einstweilige Anordnung des Gerichts zu erwirken.

Der Fall des Rentners aus der Schlesierstraße weicht insofern vom üblichen Verfahren ab, als dass der psychisch kranke Mann einen gesetzlichen Betreuer hat, der zuletzt um die Einweisung gebeten hat. Zudem wurde die Vermutung geäußert, dass der 67-Jährige die regelmäßige Einnahme von Tabletten versäumt hat, welche seine Neigung zu Gewaltausbrüchen dämpfen sollten.

Bilder: SEK-Einsatz in Offenbach

Die Kosten der jeweiligen Einsätze eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) in der Schlesierstraße kann Polizeisprecher Rudi Neu nicht konkret beziffern, „Wir schreiben bei dieser Art von Einsätzen keine Rechnung“, sagt Neu. Mit wie vielen Personen das SEK in solchen Fällen agiert, unterliege der Geheimhaltung, so der Offenbacher Polizeisprecher.

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